Digitale Infrastruktur für Deutschlands größte Gesundheitsstudie

Verlässliche medizinische Bilddaten für die „Nationale Kohorte“

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Browserbasierter Ansatz für Fernüberprüfung

Um das zu schaffen, folgt Fraunhofer MEVIS einem browserbasierten Ansatz zur Fernüberprüfung. Anstatt die kompletten, qualitätsgesicherten Bilddaten via Internet von Bremen an die fünf MRT-Zentren sowie zum Reading-Center nach Heidelberg zu schicken, können sich die Radiologen die Aufnahmen einfach per Webbrowser anschauen, ohne die Originaldaten herunterladen zu müssen.

Diese Lösung integriert sich in eine webbasierte Plattform, die an der Universitätsmedizin Greifswald und am DKFZ Heidelberg entwickelt und betrieben wird und als zentrale Anlaufstelle für die standardisierte Eingabe aller NAKO-Untersuchungsdaten fungiert. „Dieser webbasierte Zugang erleichtert und beschleunigt den schnellen Zugang zu den Informationen, so dass die Mediziner mögliche Auffälligkeiten ohne Verzögerung finden können“, erläutert Matthias Günther. „Außerdem teilt ihnen unsere Software mit, ob bereits dem Radiologen am MRT-Standort etwas aufgefallen ist.“

Vier Jahre lang werden die MR-Scanner Bilder für die Nationale Kohorte liefern, für diesen Zeitraum ist die Langzeitstudie finanziert. „Sinnvoll wäre es, die Probanden danach noch ein zweites Mal zu untersuchen“, meint Günther. Denn aus einem Vorher-Nachher-Vergleich ließen sich weitere wertvolle Schlüsse über die Entstehung von Krankheiten ziehen. Günther: „Das ist angestrebt, ein Beschluss für diese zweite Phase steht aber noch aus.“

Der Leitgedanke

Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft, das ist der Leitgedanke der Nationalen Kohorte (NAKO), der zurzeit größten Bevölkerungsstudie in Deutschland. Bundesweit werden im Verlauf der nächsten Jahre 200.000 Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt.

Mithilfe der gesammelten medizinischen Daten, Bioproben und Befragungsangaben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden chronische Erkrankungen genauer erforscht. Langfristig versprechen sich die Wissenschaftler der NAKO Antworten auf folgende Fragen: Wie entstehen diese Krankheiten? Gibt es Faktoren, die ihre Entstehung begünstigen? Welche Rolle spielen zum Beispiel unsere Gene, die Umwelteinflüsse, denen wir ausgesetzt sind, soziale Kontakte oder aber unser Lebensstil? Können wir uns vor diesen Krankheiten schützen? Wie können diese Krankheiten frühzeitig erkannt werden?

Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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