Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit

Verknüpfung von Gehirn und Robotik

| Redakteur: Ira Zahorsky

Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit beschäftigt sich nicht nur mit Medizintechnik, sondern auch mit der Finanzierung des Gesundheitswesens.
Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit beschäftigt sich nicht nur mit Medizintechnik, sondern auch mit der Finanzierung des Gesundheitswesens. (Bild: WISO)

Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit findet vom 20. bis 22. Juni 2017 im CityCube Berlin statt. Erwartet werden mehr als 8.000 Entscheider aus der Gesundheitswirtschaft und Politik.

Prof. Dr. Gordon Cheng (Lehrstuhlinhaber für Kognitive Systeme der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der TU München) diskutiert auf dem Hauptstadtkongress in Berlin mit Prof. Dr. Christian Hendrich (Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Orthopädischen Krankenhauses Schloss Werneck) und Prof. Dr. Thomas A. Schildhauer (Ärztlicher Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik und Poliklinik des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil Bochum) zum Thema „Roboterassistierte Medizin: Verteufelt, gefürchtet, jetzt Realität – Chancen und Möglichkeiten“.

Chengs Arbeiten unter dem Schlagwort „Walk Again Project“ könnten nicht nur dazu beitragen, dass Querschnittsgelähmte wieder gehen können. Sie könnten der roboterassistierten Medizin insgesamt einen Schub verleihen, denn die steht immer wieder in der Kritik – vor allem, weil der Roboter zwar extrem genau schneidet, aber mit seinen Instrumenten nicht fühlen kann.

Deshalb forscht Cheng auch auf dem Gebiet der Sensorik von Robotern. Einer seiner Roboter hat eine von Sensoren übersäte Gummihaut – die ihm das Registrieren von Berührungen erlaubt und Tastsinn verleiht. Ein weiteres Ziel seiner Forschung ist es, neuronale Systeme aus dem Tierreich auf Roboter zu übertragen.

Finanzierung des Gesundheitswesens

Ein weiteres Thema des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit ist die Finanzierung des Gesundheitswesens. Verglichen mit dem Jahr 2000 hat sich der prozentuale GKV-Beitrag eines Arbeitnehmers im Durchschnitt um fast ein Viertel erhöht – von 6,75 auf heute 8,4 Prozent des Bruttogehalts. Im Jahr 1970 hatte er noch bei 4,1 Prozent gelegen.

Nur einige Jahre hat die Politik es geschafft, diese Finanzentwicklung unter Kontrolle zu halten. Doch seit drei Jahren bereits steigen die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung wieder stärker als die Einnahmen. Und für die nächsten Jahre sagen Fachleute auch aus den Krankenkassen kräftig steigende Zusatzbeiträge vorher.

Hinzu kommt, dass die Bundesregierung etliche teure Reformprojekte im Gesundheitswesen begonnen hat, die Milliardenkosten verursachen und die finanzielle Lage der GKV weiter verschärfen dürften: das Krankenhausstrukturgesetz, den Umbau der ambulanten Versorgung, den weiteren Ausbau der Telematik-Infrastruktur und die Stärkung von Prävention und Hospizwesen sowie die jüngste Pflegegesetzgebung.

Wenige Monate vor der Bundestagswahl wird die Finanzierung des Gesundheitswesens zu einem brisanten Thema. Die SPD will die paritätische Finanzierung der Krankenversicherungsbeiträge wiederherstellen, damit Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil nicht weiter auseinanderdriften. SPD, Grüne und Linke wollen vor allem auch für eine Bürgerversicherung kämpfen. Allerdings zeigen neuere Studien, dass eine Einführung der Bürgerversicherung mit gravierenden Problemen verbunden wäre. Letztlich würde die GKV so möglicherweise gar nicht entlastet, sondern müsste erhebliche zusätzliche Kosten übernehmen, so sagen einige Experten.

Genügen diese Vorschläge, um das Gesundheitswesen nachhaltig zu finanzieren? Oder muss das Gesundheitssystem grundlegend neu organisiert werden?

Das Thema „Die Zukunft des Gesundheitswesens: Paritätische Finanzierung, Bürgerversicherung?“ diskutieren Dr. Stefan Etgeton (Senior Expert der Bertelsmann Stiftung), Sabine Dittmar (Mitglied im Gesundheitsausschuss und stv. gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion), Dr. Volker Hansen (Leiter der Abteilung Soziale Sicherung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände), Rudolf Henke (stv. Vorsitzender des Gesundheitsausschusses, Mitglied der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Vorsitzender des Marburger Bunds) und Dr. Volker Leienbach (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Verbandes der Privaten Krankenversicherung).

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