Brustkrebsvorsorge

Verbesserte Krebserkennung durch innovatives Bildgebungsverfahren

| Redakteur: Manfred Klein

Die Projektpartner trafen sich zum äußerst konstruktiven Kick-Off-Meeting von „InMediValue“ auf dem Steinfurter Campus der FH Münster
Die Projektpartner trafen sich zum äußerst konstruktiven Kick-Off-Meeting von „InMediValue“ auf dem Steinfurter Campus der FH Münster (© FH Münster/Pressestelle)

Ein Team von Ärzten, Naturwissenschaftlern, Ingenieuren, technische Assistenten und IT-Spezialisten aus dem Raum Münster und den angrenzenden Niederlanden hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Aussagekraft von Mammografieuntersuchungen zu erhöhen und den Unterscuhungsvorgang selbst weniger belastend zu gestalten.

Die genannten Experten arbeiten im neuen Projekt „InMediValue“ zusammen. Im Rahmen des Projekts sollen neuartige Techniken rund um die medizinische Bildverfahren – wie beispielsweise Röntgenaufnahmen, die für den Einsatz im Krankenhaus bestimmt sind – entwickelt werden. Bei ihrer Arbeit hat das Team immer die gesamte Wertschöpfungskette im Auge:

  • Akzeptiert die Patientin die Untersuchung in der Brustkrebsvorsorge besser?
  • Kann die Ärztin bei der Befundung durch künstliche Intelligenz unterstützt werden?
  • Wie kann der Chirurg im OP den Tumor schneller auffinden?

„Der Charme des Projekts liegt im konkreten medizinischen Bedarf in Kombination mit einem motivierten interdisziplinären Konsortium aus Anwendern, Herstellern und Entwicklern“, findet Prof. Dr. Karin Mittmann von der FH Münster, die „InMediValue“ initiiert hat und federführend betreut.

Der Projekttitel steht für „Innovations in medical imaging value chains“, und umfasst drei miteinander vernetzte Teilprojekte. Im ersten Vorhaben arbeitet das Team an einer Optimierung des klassischen Mammografieverfahrens. „Das Projektteam entwickelt ein Produkt für eine Komfortverbesserung der Patientin bei der Aufnahme, mit dem der notwendige Druck individuell angepasst werden kann. Gleichzeitig soll damit die Bildqualität verbessert werden“, erklärt Mittmann.

Um die Auswertung von medizinischen Bildern geht es im zweiten Teilprojekt. Ein KIT-gestütztes Programm soll auf Röntgenbildern kleinste Tumore auffinden. Es soll künftig diagnostizieren können, ob der Tumor bösartig ist oder nicht. Eine große Anzahl medizinischer Aufnahmen aus den Niederlanden und Deutschland fließen in das Programm, damit es selbstständig lernt, Muster zu erkennen. Es spürt kleinste Mikrokalzifizierungen auf, also Verkalkungen in der Brust sehr sicher auf.

Das dritte Projekt birgt nach Ansicht des Projektteams das größte Innovationspotenzial, denn hier sollen zwei Detektionsmöglichkeiten miteinander kombiniert werden. „Genauer gesagt, wollen wir einen Marker entwickeln, welcher sowohl magnetisch als auch optisch detektiert werden kann“, erklärt Mittmann. Bislang werden entweder magnetische Nanopartikel oder Farbstoffe zur Lokalisierung des Tumors im OP eingesetzt. „Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile“, erklärt Mittmann. „Die magnetische Detektion arbeitet recht grob, dringt dafür aber tief ins Gewebe. Das optische Verfahren mit dem Endoskop liefert ein genaues Bild, geht aber nicht durch viele Gewebeschichten.“

Die Medizintechnikerin macht keinen Hehl daraus, dass es eine Herausforderung sein wird, einen Marker zu entwickeln, der mit zugelassenen Medizingeräten lokalisiert werden kann. Aber ist das geschafft, ließen sich beispielsweise Lymphknoten im OP genauer erkennen als dies jetzt der Fall ist, vor allem bei den bei Brustkrebs-Operation so wichtigen Wächterlymphknoten. Falls sich bereits Metastasen gebildet haben, ist der Wächterlymphknoten nämlich zuerst betroffen. Ist er aber gesund, hat der Krebs in keinem anderen Lymphknoten gestreut. Aktuell ist es so, dass in einer Operation mehrere Lymphknoten entfernt und untersucht werden müssen, weil man nicht ganz genau erkennen kann, welcher der Wächterlymphknoten ist. Das schädigt das Lymphsystem der Patientin aber mehr als nötig und der operative Eingriff ist aufwendiger.

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