Smart City

Urbane Herausforderungen

| Autor / Redakteur: Homan Behrouzi* / Susanne Ehneß

Die Zukunft: smarte Städte?
Die Zukunft: smarte Städte? (© tonefotografia - stock.adobe.com)

Die Stadt von morgen schon mit der Technik von heute. Homan Behrouzi erklärt, wie Städte „smart“ werden.

Die weltweite Entwicklung urbaner Siedlungen stellt die Menschheit insgesamt vor große Herausforderungen. Nach einer Statistik der Vereinten Nationen werden bis 2050 zwei Drittel der Menschen in Ballungsgebieten leben. Auch die Altersstruktur wird sich ändern. Bis zum gleichen Zeitraum gibt es über zwei Milliarden Senioren über 60. Laut einer Prognose der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden bis zum Jahr 2025 800 Millionen Menschen medizinische Hilfe beziehungsweise Pflege in Anspruch nehmen müssen.

Bis zum Jahr 2050 wird sich außerdem nach der Unternehmensberatung Arthur D. Little der Stadtverkehr verdreifacht haben. Und als ob dies nicht genug ist, wird laut BP sich der Energieverbrauch bis zum Jahr 2035 um 35 Prozent steigern.

Doch wie kann man den Herausforderungen, die sich aus dieser Entwicklung ergeben, wirksam begegnen? Wie so oft, liegt der Schlüssel darin, vorhandene Informationen, die beim urbanen Management anfallen, effizient zu nutzen. Die Smart City ist ein Modell, bei dem die unterschiedlichen städtischen Dienstleistungen intelligent zusammengefasst werden.

Eine Stadt ist dann „smart“, wenn ­folgende Bereiche digitalisiert sind: Transport, Entsorgung, Gesundheitswesen, Parkraumbewirtschaftung, Umweltmanagement, Gebäudeautomation, Energie-und Wasserversorgung sowie Straßenbeleuchtung. Um diese Bereiche miteinander zu vernetzen, bedarf es natürlich einer soliden Datenbasis und eines stabilen Netzwerkes.

Smarter Verkehr

Am Beispiel Verkehr ist die Umsetzung einer Smart City gut ersichtlich. Mobilität ist bereits jetzt eines der Problemfelder in Städten. Hier kommen gleich mehrere Faktoren zusammen.

Einerseits kommt es zu immer mehr Staus auf den innerstädtischen Straßen. Zwar verfügen Kraftfahrzeuge heutzutage über eine Start-Stopp-Automatik, die den Motor im ruhenden Zustand ausschaltet – diese Funktion kommt beim langsam rollenden Verkehr aber nicht zum Einsatz. Autos und Lastkraftwagen im zähflüssigen Verkehr emittieren Schadstoffe und Feinstaub. Andererseits kommt es, bedingt durch die Suche nach einem Parkplatz, zu immer mehr unnötigem Verkehr. Auch hier kommt es zu vermeidbaren Schadstoffemissionen.

Eine Smart City kann beide Problemfelder wirksam angehen, wenn die Systeme gut zusammen agieren. So können Sensoren sowohl den Verkehrsfluss als auch die Schadstoffbelastung erfassen. Smart Cars übermitteln anonymisiert ihren Status an einen Zentralrechner der Kommune. Dieser rechnet mögliche Umfahrungen aus, und zwar je nach Zielort der jeweiligen Verkehrsteilnehmer. Da diese oft ihre Navigationsgeräte nutzen, ist dies technisch machbar. Die Fahrtempfehlungen können individualisiert an das Navigationssystem übermittelt werden. Dadurch werden weiträumigere Umfahrungen möglich.

Für alle anderen – und hier dürfte es sich zu einem beträchtlichen Anteil um Kurzstreckenfahrten handeln – geben automatische Fahrtrichtungsanzeiger die Umfahrung vor. Das geschieht zwar bereits jetzt, und die flexiblen Wegweiser, die man oft über stark befahrenen Straßen sieht, werden bislang manuell ausgelöst.

In einer Smart City kann dies weitestgehend automatisiert ablaufen. Falls eine Kommune ihre Verkehrsflüsse generell aus der Stadtmitte oder aus bestimmten Stadtteilen fernhalten möchte, dann kann ein intelligentes System auch diese Informationen bei der Steuerung berücksichtigen.

Auf der nächsten Seite: Ein bislang rudimentäres Beispiel ist die Navigation über Google Maps. ...

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