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Nokia-Aktien nach Übernahme im Höhenflug Update: Microsoft kauft Nokia

Autor / Redakteur: Susanne Ehneß / Sarah Gandorfer

Mit dem Kauf des Nokia-Kerngeschäfts bietet Branchengigant Microsoft demnächst Smartphones und das dazugehörige Windows-Betriebssystem aus einer Hand. Mit Nokia entwickelt sich das Unternehmen zum Allrounder weiter – Geschäftsführer Illek unterstreicht diese Pläne.

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Steve Ballmer, CEO bei Microsoft
Steve Ballmer, CEO bei Microsoft
(Bild: Microsoft)

Nokia und der Redmonder Software-Riese sind bereits 2011 eine enge Partnerschaft eingegangen. Nun hat Microsoft den Handy-Hersteller für insgesamt 5,44 Milliarden Euro gekauft, wie Nokia mitteilt. Dabei zahlen die Redmonder 3,79 Milliarden Euro für das Geschäft mit Geräten und Diensten und geben weitere 1,65 Milliarden Euro für Patentlizenzen aus. Der Deal soll Anfang 2014 abgeschlossen werden. Rund 32.000 Nokia-Mitarbeiter sollen dann zu Microsoft wechseln.

Ballmer-Nachfolger?

Mit der Übernahme könnte auch ein möglicher Nachfolger für Steve Ballmer gefunden sein. Der temperamentvolle Ballmer will innerhalb der nächsten zwölf Monate den Software-Konzern verlassen. Jetzt wird bereits spekuliert, ob Nokia-Lenker Stephen Elop, einst Microsoft-Manager, in Ballmers Fußstapfen tritt. Elop räumt zwar im Zuge der Akquisition den Chef-Sessel bei Nokia, wird aber weiterhin die Handysparte leiten.

Der finnische Konzern wird sich künftig auf das Netzwerkgeschäft und die Enwicklung seiner Kartendienste unter der Marke Here konzentrieren. Der Konzern hatte erst kürzlich den ursprünglich gemeinsam mit Siemens betriebenen Netzwerkausrüster NSN komplett übernommen. Allerdings wird sich durch den Deal mit Microsoft der Rest-Nokia-Umsatz in etwa halbieren.

Zwei Giganten und ihre Probleme

Mit der Übernahme schließen sich zwei Giganten zusammen und hoffen so, ihre Probleme lösen zu können. Denn Nokia hat bereits seit einiger Zeit mit den Wettbewerbern zu kämpfen, allen voran mit iPhone-Hersteller Apple.

Microsoft orientiert sich derzeit ebenfalls bei seinem Kerngeschäft neu. Das Betriebssystem Windows und die Büro-Software Office sind längst nicht mehr die wichtigsten Geldbringer der Redmonder, da mittlerweile immer weniger PCs verkauft werden. Microsoft versucht nun mit Nokia und Windows Phone auf den schneller fahrenden Zug der Smartphones und Tablets aufzuspringen.

Statement von Microsoft

Microsoft Deutschland hat aktuell die Übernahme in folgendem Wortlaut kommentiert: „Die geplante Übernahme ist der konsequente Schritt in unserer Entwicklung hin zu einem Unternehmen, dass neben Software auch Hardware und Services anbietet. Die aktuelle Generation der Nokia Windows Phones überzeugt mit ausgereifter Technik und hoher Nutzerakzeptanz. Weltweit sind die Nokia Windows Phones um 78 Prozent YoY gewachsen und in neun Ländern konnten wir bereits einen Marktanteil von mehr als 10 Prozent erzielen. Auch in Deutschland hat sich Windows Phone in den zurückliegenden Monaten sehr gut entwickelt. Die Übernahme, mit deren Abschluss wir Anfang 2014 rechnen, wird unseren Bestrebungen im Smartphone-Markt einen zusätzlichen Schub geben. Die Investition ist strategisch sehr wertvoll – für unsere Kunden, Partner, Mitarbeiter und für unsere Shareholder“, so Christian P. Illek, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Die Aktionäre dürfen sich bereits freuen: Nach Bekanntgabe der Übernahmepläne legten die Nokia-Papiere zeitweise um mehr als 40 Prozent zu und erreichten damit den höchsten Stand seit anderthalb Jahren.

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