Gläserner Mensch

Unterschiedliche Einblicke in das Innere unseres Körpers

| Redakteur: Hendrik Härter

Bildgebungsverfahren, um in das Innere des Menschen zu schauen. Der sogenannte Image Man zeigt sein Geheimnis.
Bildgebungsverfahren, um in das Innere des Menschen zu schauen. Der sogenannte Image Man zeigt sein Geheimnis. (Foto: Fraunhofer MEVIS)

Durchleuchten Mediziner ihre Patienten, dann kommt nicht nur ein Röntgengerät zum Einsatz. Mittlerweile steht ein ganzes Arsenal an bildgebenden Methoden zur Verfügung, wobei jedes Verfahren seine spezifischen Stärken besitzt.

Viele Methoden, um Einblicke in den menschlichen Körper zu erhalten. Diese Methodenvielfalt macht der sogenannte „Image Man“ für ein breites Publikum anschaulich und erlebbar. Entwickelt wurde das Exponat für das Universum Bremen vom Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS in Kooperation mit dem Zentrum für moderne Diagnostik ZEMODI und dem Zentrum für Nuklearmedizin und PET/CT.

Bei Image Man handelt es sich um eine lebensgroße Figur, zusammengesetzt aus zehn Segmenten. Die Körperteile, die auf ihnen abgebildet sind, wurden mit unterschiedlichen Bildgebungs-Verfahren untersucht. Beispielsweise stammen die Aufnahmen von Wirbelsäule und Becken von einem CT-Scanner, er macht die Knochenstruktur gut sichtbar.

Das Bild vom Oberschenkel wurde per MR-Scanner gemacht, hier erkennt man deutlich Muskelfasern, Bindegewebe und Fett. Die Bilder von Gehirn und Schilddrüse zeigen Stoffwechselaktivitäten, sichtbar gemacht durch spezielle Verfahren namens PET und SPECT. Und im Bauchraum sieht man in Rot eine mit Kontrastmittel gefüllte Niere.

Verschiedene Bildgebungsverfahren

Im Zentrum der Installation steckt ein Touch-Display. Er zeigt das schlagende Herz. Wird der Bildschirm berührt, lässt sich interaktiv durch die Resultate verschiedener Bildgebungs-Verfahren navigieren: So zeigt eine Aufnahme aus dem 3-D-CT ein räumliches Bild vom Herzen. Eine Sequenz aus einem Blutfluss-MRT macht deutlich, wie das Blut durch die Gefäße strömt und dabei turbulent verwirbelt wird.

Um eine treffsichere Diagnose zu stellen, untersuchen die Ärzte ihre Patienten immer öfter nicht nur mit einer einzigen Methode, sondern mit verschiedenen Verfahren, von denen jedes eine andere, komplementäre Information liefert. Dabei stellt sich das Problem, die Aufnahmen möglichst perfekt „zur Deckung“ zu bringen – nur dann kann man sich sicher sein, wirklich dieselben Gewebestrukturen auf beiden Bildern verlässlich identifizieren und vergleichen zu können.

Hierfür entwickeln Forscher von Fraunhofer MEVIS Lösungen für die klinische Routine, um Bilddaten, die aus verschiedenen Verfahren stammen oder zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen wurden, zusammenzuführen.

Die Programme ermöglichen beispielsweise eine sogenannte Positionskorrelation: Markiert der Mediziner etwa bei einer Brustuntersuchung auf einer Mammographie eine bestimmte Gewebestelle, erscheint auf dem MR-Bild daneben ein kleiner Kreis und zeigt automatisch dieselbe Struktur an.

Auch können Behandlungspläne optimiert werden, die vor Beginn einer Strahlentherapie auf Basis einer CT-Aufnahme detailliert erstellt werden. Dabei passt sich der Plan dem Patienten und seinen körperlichen Veränderungen an und sorgt so für einen günstigeren Therapieverlauf.

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