Expertenumfrage kommunales eGovernment

Unternehmen akzeptieren eGovernment

21.10.2008 | Redakteur: Gerald Viola

Papier und Telefon – Bürger misstrauen eGovernment
Papier und Telefon – Bürger misstrauen eGovernment

Der Bürger kann nicht zur elektronischen Kommunikation gezwungen werden (Bericht Titelseite), ergab die Expertenumfrage des Instituts für Informationsmanagement Bremen. Bei der deutschen Wirtschaft – so die Experten –sieht es dagegen anders aus.

Die Akzeptanz der voll elektronischen Kommunikation durch Unternehmen scheint unstrittig, erklärt der Report, „da medienbruchfreie Prozesse auch für die betroffenen Unternehmen quantifizierbare Vorteile bringen.“ Zudem gebe es bei solchen geschlossenen Benutzergruppen die Möglichkeit der gesetzlichen Regelung.

Doch die Zukunft für eGovernment sehen die Befragten vor allem bei der verwaltungsinternen Kommunikation: „Hier wird eine weitgehende Umstellung auf digitale Kommunikationsprozesse erfolgen. Damit einhergehen können die bisherigen Verfahrensabläufe grundlegend modernisiert und so effizienter gestaltet werden. Das ermöglicht neue Dimensionen der Zusammenarbeit ohne Rücksicht auf räumliche Gegebenheiten und den Abbau von Medienbrüchen, was die Prozesse erheblich vereinfachen und beschleunigen wird.“

Welche Prozesse für einen vollelektronischen Workflow geeignet sind, beurteilen die vom ifib Interviewten weitgehend gleich. Vor allem standardisierte Vorgänge eigneten sich für eine entsprechende Umstellung. Wenig bis gar nicht geeignet seien Prozesse, bei denen sich ständig verändernde individuelle Anforderungen ins Spiel kommen. Die breite Aufgabenpalette der Verwaltung wird hier zum Nachteil: Alleine in Kommunalverwaltungen lassen sich bis zu 4.000 einzelne Prozesse identifizieren, von denen nur 200 bis 300 als eGovernmentfähig einzustufen sind. Allerdings machten diese Prozesse einen überproportional großen Anteil der Geschäftsvorfälle aus, da es sich in der Regel um Massenvorfälle handele, etwa bei Steuern und Ordnungswidrigkeiten. Optimierungen in diesen Verfahren würden sich nach Ansicht der Experten daher deutlich bemerkbar machen.

Auch wenn die Papierakte der Verwaltung erhalten bleibt, wird sie sich auf eine Kommunikationslandschaft im Wandel einstellen müssen. Weg von der Einkanalkommunikation per Post, hin zu einem Nebeneinander aller denkbaren modernen und klassischen Kommunikationsmittel. Das stellt erhöhte Anforderungen an die internen Abläufe und verlangt nach effizienten Lösungsansätzen für die Integration dieser Kommunikationskanäle in einen durchgängigen Verwaltungsprozess.

Die „Expertenumfrage eGovernment und Bürgerkommunikation 2015“ des ifib wird beim „Modernen Staat“ von der Deutschen Post vorgestellt.

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