Pilotbetrieb erfolgreich Unterhaltsvorschuss online beantragen

Autor Ira Zahorsky

Wenn bei Unterhaltszahlungen der zahlungspflichtige Elternteil nur teilweise oder gar nicht zahlt, tritt der Staat mit Unterhaltsvorschuss in die Vorleistung. Diese kann im Rahmen des Pilotprojekts „Unterhaltsvorschuss-Online“ in vier Kommunen beantragt werden.

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Mehrere hunterte Anträge auf Unterhaltsvorschuss wurden bereits digital eingereicht.
Mehrere hunterte Anträge auf Unterhaltsvorschuss wurden bereits digital eingereicht.
(© sementsova321 - stock.adobe.com)

Alleinerziehende, die in der Stadt Bremen, dem Bezirk Wandsbek in Hamburg sowie dem Rhein-Kreis Neuss und der Stadt Wuppertal leben, können im Bedarfsfall den Unterhaltsvorschuss komplett online beantragen. „Nutzer können den Antrag einfach am Smartphone oder Computer ausfüllen und müssen sich nur mit den Fragen beschäftigen, die auf ihre Lebenssituation zutreffen“, erklärt Martin Hagen, Staatsrat beim Senator für Finanzen Bremen.

Dieser Service ist derzeit im erweiterten Pilotbetrieb und eine der ersten Sozialleistungen, die als „Einer für Alle“-Dienst (EfA) digitalisiert wurde. Pro Bundesland soll mindestens eine Unterhaltsvorschussstelle (UV-Stelle) angeschlossen werden. Bundesländer und Kommunen, die Interesse an einer Nachnutzung haben, können per eMail Informationen zur Anbindung anfordern. Eine erste Version eines Anbindungsleitfadens sowie weitere Materialien stehen auf der Webseite des Umsetzungsprojekts zum Download zur Verfügung.

Technische Umsetzung

Der Online-Antrag verwendet den nach XÖV-Methodik modellierten Standard XFamilie-Pilot. Um den Bearbeitungsaufwand in den UV-Stellen zu reduzieren, sollen die Daten künftig direkt ins Fachverfahren übernommen werden. Bislang werden sie verschlüsselt als pdf an die eMail-Postfächer der UV-Stellen geschickt.

Unterhaltsvorschuss-Online (UVO)

Die Verwaltungsleistung UVO gehört zum Themenfeld Familie & Kind und wird federführend von der Freien Hansestadt Bremen und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) umgesetzt. Darüber hinaus digitalisiert das Land Bremen bis Ende 2022 federführend 20 weitere Leistungen für Familie und Kinder, wie beispielsweise Anträge auf Eheschließung, Namensänderung oder Kita-Anmeldungen.

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