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Interview Unnötige Prozessschritte ausmerzen

| Redakteur: Manfred Klein

Für die technische Umsetzung des bayerischen eGovernment-Programms ist das Innenministerium des Freistaates zuständig.

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Bayerns Innenminister Günther Beckstein setzt auf eine strukturierte Neugestaltung der IT-Landschaft des Freistaats
Bayerns Innenminister Günther Beckstein setzt auf eine strukturierte Neugestaltung der IT-Landschaft des Freistaats
( Archiv: Vogel Business Media )

eGovernment Computing sprach mit Innenminister Dr. Günther Beckstein über Schwerpunkte und Zielsetzung der Initiative.

Herr Beckstein, welche Zielsetzung verfolgt der Freistaat mit seiner neuen eGovernment-Infrastruktur?

Beckstein: Wir wollen einen noch besseren Online-Service für Bürger und Wirtschaft bieten. Die intensive Nutzung der bereits vorhandenen Online-Dienste, wie des Behördenwegweisers, zeigt, dass unser Internetangebot angenommen wird und weiter ausgebaut werden muss.

Die gegenwärtig in Bayern eingesetzte IT-Infrastruktur ist noch sehr heterogen. Das verursacht Kosten und erschwert die Administration. Welche Vereinheitlichungen soll die neue IT-Struktur aufweisen?

Beckstein: eGovernment beginnt nicht auf der „Grünen Wiese“, sondern in gewachsenen IuK-Landschaften, die durch relativ heterogene Strukturen geprägt sind. Das gilt für Bayern ebenso wie für den Bund, die anderen Länder und die Kommunen. Unsere IuK-Landesstrategie sieht eine ganzheitliche, dienstzentrierte IuK-Architektur vor, die auf einer konsequenten IT-Standardisierung aufbaut, eine elektronische Vorgangsbearbeitung unterstützt und so eine wirtschaftliche Umsetzung der eGovernment-Initiative der Bayerischen Staatsregierung ermöglicht.

Das geplante Konzept zur IT-Infrastruktur orientiert sich strikt am SOA-Modell. Welche Auswirkungen wird das auf die Prozessabläufe in den Bayerischen Verwaltungen haben?

Beckstein: Technik, Menschen und Prozesse müssen optimal ineinander greifen. Eine leistungsfähige IuK-Technik ist hier nur ein Schlüssel zum Erfolg. Damit unsere Mitarbeiter Dienstleistungen schnell und qualitativ hochwertig einbringen können, müssen wir auch die damit verbundenen Prozesse vereinfachen und hinsichtlich einer IuK-Unterstützung geeignet gestalten. Um unsere IuK-Architektur erfolgreich und wirtschaftlich um-zusetzen, müssen deshalb in aller erster Linie die Verwaltungsprozesse weiter verschlankt und optimiert werden. Jeder unnötige Prozessschritt, der durch die IuK-Technik unterstützt oder durch unsere Mitarbeiter ausgeführt werden muss, verursacht unnötige Kosten.

Das neue IT-Konzept sieht verschiedene Domänen vor, zum Beispiel eine Portal-, Integrations- und Prozessdomäne. Welche Funktionen sollen diese erfüllen?

Beckstein: Die Umgestaltung unserer IuK-Landschaft muss strukturiert angegangen werden. Das Gesamtvorhaben wird in Teilbereiche gegliedert, geplant und umgesetzt. Diese Teilbereiche legen beispielsweise fest, wie für Bürger und Wirtschaft der Zugang zu Online-Verwaltungsdienstleistungen realisiert werden soll oder wie Daten automatisch zwischen den einzelnen Anwendungen verschiedener Behörden ausgetauscht werden können. Schließlich sollen nicht die Bürger von einer Behörde zu der anderen laufen, sondern die Daten.

Wie steht es um die Einbindung der Infrastruktur in die Aktivitäten des Bundes zum Aufbau eines deutschlandweiten Behördennetzes?

Beckstein: Um eine bestmögliche Interoperabilität unserer Systeme mit denen des Bundes, der anderen Länder und der Kommunen zu gewährleisten, berücksichtigen unsere Maßnahmen die vom Bund definierten eGovernment-Standards. Darüber hinaus arbeitet Bayern aktiv in länderübergreifenden IuK-Gremien und Projekten mit. Der Aufbau einer deutschlandweiten Kommunikationsinfrastruktur für die Öffentliche Verwaltung wird durch uns konstruktiv unterstützt.

Welche Vorteile werden Bürger und Unternehmen von der neuen IT-Infrastruktur haben?

Beckstein: Wir bauen das Online-Angebot unserer Verwaltungsdienstleistungen weiter aus. Bürger und Unternehmen können bequem von zu Hause oder vom Arbeitsplatz unsere Online-Dienstleistungen rund um die Uhr abrufen. Wir vereinfachen unsere internen Bearbeitungsprozesse und unterstützen sie bestmöglich durch die IuK-Technik. Bürger und Unternehmen profitieren davon durch noch schnellere Bearbeitungszeiten. Ein möglichst umfassendes Angebot an Online-Verwaltungsdienstleistungen trägt zur Sicherung der bayerischen Standortvorteile bei.

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