FITKO-Architekturboard Umsetzung der föderalen IT-Architektur

Von Jörg Kremer, Lars Santesson

Das bei der FITKO angesiedelte IT-Architekturboard soll den IT-Planungsrat bei der Umsetzung von IT-Infrastrukturmaßnahmen unterstützen. Nachdem die Vorbereitungsphase nun erfolgreich abgeschlossen ist, stellt eGovernment Computing hier seine Arbeit vor.

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Das IT-Architekturboard soll auch die OZG-Umsetzung vorantreiben
Das IT-Architekturboard soll auch die OZG-Umsetzung vorantreiben
(© Yok_Piyapong – stock.adobe.com)

Das föderale IT-Architekturboard wurde Anfang 2021 als neues Gremium des IT-Planungsrats errichtet. Seitdem begleiten dort Vertreter aus 11 Ländern und dem Bund die Gestaltung der föderalen IT-Architektur der deutschen Verwaltung und beraten den IT-Planungsrat bei der Initiierung und Umsetzung von Maßnahmen im Zusammenhang der föderalen IT-Infrastruktur. Geleitet wird das Architekturboard von der FITKO (Föderale IT-Kooperation), die bis Ende 2022 vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) als Co-Vorsitz unterstützt wird.

Ein wesentliches Ziel des föderalen IT-Architekturboards ist es, föderale IT-Architekturentscheidungen an einer Stelle zu bündeln. Somit kann die föderale IT-Landschaft gemeinsam und planvoll durch kompetente Experten auf der Ebene Bund und Länder weiterentwickelt werden. Das föderale IT-Architekturboard schafft seit seiner Gründung sowohl die notwendigen Grundlagen für eine Steuerung der föderalen IT-Architektur und leistet gleichzeitig konkrete Hilfestellungen für föderale Initiativen und Projekte.

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Als Grundlagen zählen die durch den IT-Planungsrat verabschiedete strategischen Architekturrichtlinien (siehe BOX 1), eine Modellierung und Beschreibung der föderalen IT-Landschaft (siehe BOX 2), ein Bewertungsschema zur Priorisierung von Arbeitspaketen im Architekturboard sowie ein Rollenmodell zur Steuerung von föderalen Infrastrukturprojekten.

Konkrete Hilfestellungen wurden etwa im Umfeld der Konzeption einer Parametrisierungslösung für „Einer für Alle“ Online-Dienste geschaffen. Aktuell begleitet das föderale Architekturboard deren Umsetzung. Darüber hinaus hat das föderale Architekturboard eine Vielzahl von Infrastrukturanträgen aus dem Konjunkturpaket bewertet und Empfehlungen ausgesprochen.

Das föderale Architekturboard hat in sehr kurzer Zeit viel erreicht. Dabei war es vor allem das Konjunkturpaket des Bundes, das für die Arbeit des Architekturboards regelrecht als Katalysator gewirkt hat. Denn es war wichtig, kurzfristig eine Einschätzung von den Teilnehmern im Architekturboard zu den Infrastrukturanträgen zu erhalten.

Es galt also, schnell grundlegende Rahmenbedingungen zu schaffen, gleichzeitig aber Projekte nicht aufzuhalten. Mit anderen Worten: Auf dem Board lastete von Beginn an ein hoher Druck, frühzeitig erste Ergebnisse zu liefern. Das neue OZG-Paradigma „Einer für Alle“ bedeutete zudem, dass die föderale IT-Architektur noch enger zusammenwachsen musste. Dieser Herausforderung musste sich das Board stellen.

Alle, die in Behörden ein Architekturmanagement aufgesetzt haben, wissen, dass die vorbereitenden Aktivitäten sehr langwierig sein können. Es kann Jahre dauern, bis das Architekturmanagement einen messbaren Mehrwert liefert. Wenn also die Herausforderungen in den einzelnen Behörden bereits schwer zu meistern sind, ist eine föderale IT-Architektur über sämtliche Behörden des Bundes und der Länder hinweg eine noch größere Herausforderung. Das Board musste also frühzeitig neue Wege finden, um unter den gegebenen Rahmenbedingungen erfolgreich zu sein.

Um seine Arbeit erfolgreich gestalten zu können, musste das Architekturboard zunächst eine einheitliche Diskussionsgrundlage schaffen und definieren: Die Diskussion im föderalen Architekturboard ist strikt auf architekturelle Aspekte begrenzt. Mit den geschaffenen Rahmen – wie etwa die Architekturrichtlinien und der föderalen IT-Landschaft – hat das Board die Spielregeln und das Spielbrett für einen Austausch festgelegt und gemeinsam abgestimmt. Inhaltliche Argumente der einzelnen Beteiligten sind maßgeblich für Entscheidungen und Empfehlungen.

Darüber hinaus ist die Zusammenstellung der Mitglieder im Board ein zentraler Erfolgsfaktor. Dabei geht es nicht nur darum, dass alle Mitglieder eine hohe fachliche Kompetenz vorweisen. Wichtig ist ebenso, dass das Finden guter Lösungen für alle Mitglieder im Vordergrund steht. Die Bereitschaft, Dinge neu zu denken und ohne vorgefertigte Meinungen konstruktiv an Lösungen zu arbeiten, zeichnet das Board aus.

Doch auch die Arbeitsweise ist ausschlaggebend für den Erfolg des Architekturboards. So haben sich die Mitglieder darauf geeinigt, Arbeitspakete, die das Board leisten muss, in Kleingruppen zu bearbeiten und anschließend die Arbeitsentwürfe allen Boardmitgliedern zur Diskussion zur Verfügung zu stellen.

Dabei spielt der „Minimum Viable Product“ (MVP)-Ansatz eine wichtige Rolle: In der Software-Entwicklung hat es sich bewährt, Software so früh wie möglich produktiv zu setzen, um aus dem Feedback der Nutzerinnen und Nutzer Impulse für deren Weiterentwicklung zu bekommen. Der gleiche Ansatz kann auch für Konzepte des Architekturboards verwendet werden. Einzelne Arbeitspakete werden so geschnitten, dass erste Ergebnisse bereits bis zur nächsten Sitzung des Architekturboards vorgelegt werden.

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So konnten die föderalen Architekturrichtlinien und die föderale IT-Landschaft bereits nach zwölf Wochen finalisiert werden. Bei der ersten Sitzung wurde ein Diskussionsentwurf vorgestellt, die in der zweiten Sitzung nach Einarbeitung von Feedback der Mitglieder beschlossen wurde. Das bedeutet auch, dass die jeweiligen Konzepte im weiteren Verlauf ausgebaut werden können. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Ergebnisse können früh veröffentlicht und verwendet sowie nach Bedarf weiterentwickelt werden.

Das Architekturboard hat also 2021 das Fundament gelegt und wird im nächsten Jahr verstärkt priorisierte Infrastrukturinitiativen und Projekte begleiten. Darüber hinaus werden die konzeptionellen Grundlagen für das Architekturboard weiter ausgebaut.

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