Schnelles Internet in Deutschland

Überblick: Breitbandversorgung der einzelnen Bundesländer

| Autor: Ira Zahorsky

Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen

Sachsen-Anhalt

Im Mai 2009 hat die Landesregierung eine Breitbandstrategie für Sachsen-Anhalt verabschiedet, mit dem Ziel, die Zahl der schnellen Internetverbindungen im Land signifikant zu verbessern. Seitdem konnte das Ziel einer flächendeckenden Breitband-Grundversorgung mit Downloadraten von 2 Mbit/s nahezu vollständig erreicht werden. Dafür wurden knapp 33 Millionen Euro Fördergeld investiert, wodurch potenziell rund 730 Orts- bzw. Stadtteile mit rund 350.000 Einwohnern und 20.000 Unternehmen und Gewerbetreibende zusätzlich in den Genuss schnellen Internets kommen.

Der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, macht deutlich: „Es ist absehbar, dass die aktuellen Bandbreiten auf Dauer nicht reichen werden. Deshalb hat sich die Landesregierung in Anlehnung an die ‚Digitale Agenda‘ der EU und die Breitbandstrategie der Bundesregierung neue Ausbauziele gesteckt. Bis 2020 sollen alle Unternehmen und Gewerbetreibenden, alle öffentlichen Institutionen, alle Schulen sowie alle Privathaushalte über einen schnellen Breitbandanschluss von mindestens 50 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit verfügen.“

Für den Breitbandausbau stehen zwei Fördermöglichkeiten zur Verfügung, zum einen die Förderung zur Errichtung von passiver Infrastruktur, zum anderen die Förderung der Wirtschaftlichkeitslücke (Differenz zwischen Ausbaukosten und Einnahmen des Telekommunikationsunternehmens über fünf bis sieben Jahre). Für die Förderung der Wirtschaftlichkeitslücke hat Sachsen-Anhalt eine eigene Richtlinie erstellt, die im Dezember 2013 von der Europäischen Kommission genehmigt wurde.

Neben dem geförderten Ausbau setzt Sachsen-Anhalt aber auch auf marktgetriebene Investitionen der Telekommunikationsbranche. Hierzu führt die Staatskanzlei mit den Unternehmen so genannte „Perspektivgespräche“, um die Investitionsschwerpunkte zu ermitteln und die Fördergelder gezielt einsetzen zu können.

Ein weiterer Baustein der Breitbandstrategie besteht in der Hebung von Synergien. Der größte Kostentreiber beim Breitbandausbau ist der Tiefbau, hier sollen Kombinationen mit Straßenbau und anderen Infrastrukturmaßnahmen Kosten sparen.

Ziel der Landesregierung ist es, bis 2020 den Breitbandausbau mit einer Download-Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s flächendeckend zu realisieren. Ministerpräsident Dr. Haseloff: „Das Ziel ist ehrgeizig – aktuell liegt die Quote von Anschlüssen mit 50 MBit/s landesweit noch bei rund 20 Prozent –, aber erreichbar.“

Schleswig-Holstein

Im Gegensatz zu den meisten Bundesländern hat Schleswig Holstein ein ehrgeiziges Ziel bis 2030. Wir sprechen nicht von Bandbreiten, sondern bewusst über eine Infrastruktur zu jedem Haus bis 2030. Diese Infrastruktur ist Glasfaser.

Seine Ziele zum Breitbandausbau hat Schleswig-Holstein hier zusammengefasst.

Aufgrund des Marktversagens wird vermehrt in den Ämtern und Gemeinden mit Breitbandzweckverbänden gearbeitet, die ein passives Netz erstellen und mit einer EU-weiten Ausschreibung einen Betreiber suchen.

Bis 2025 sollten 90 Prozent der Häuser über einen Glasfaseranschluss verfügen, der Rest bis 2030.

Thüringen

Der bedarfsgerechte Ausbau der Grundversorgung (2 Mbit/s) ist in Thüringen fast flächendeckend abgeschlossen. Viele Gemeinden haben im Zuge dieses Ausbaus bereits Bereitbandzugänge von bis zu 50 Mbit/s (VDSL) erhalten. Dabei beteiligen sich auch eine Vielzahl regionaler Anbieter.

Insbesondere die Mitnutzung von Infrastrukturen alternativer Inhaber (z. B. Bundesautobahnverwaltung, Deutsche Bahn u. a.) wird zunehmend in den Fokus rücken. Durch die entsprechenden Änderungen des TKG im Mai 2012 wurde der Weg dafür frei gemacht. Die Prozesse der bislang ungewohnten Zusammenarbeit werden vom BKT in einem speziellen Infrastrukturarbeitskreis vorangetrieben und unterstützt.

Die „Breitbandstrategie Thüringen2020 – Schritt zum Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen für den Internetzugang in Thüringen“ (pdf) sieht vor, dass bis zum Jahr 2020 alle Haushalte über einen Internetzugang zwischen 15 und 30 Mbit/s verfügen sollen. Darüber hinaus wird auch der Ausbau von Breitbandzugängen mit bis zu 100 Mbit/s und mehr angestrebt.

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Breitband in Berlin allerorten möglich? Nein, nur mit Abstrichen: http://www.dslnachpankow.de/  lesen
posted am 02.06.2014 um 23:01 von Unregistriert


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