Schnelles Internet in Deutschland

Überblick: Breitbandversorgung der einzelnen Bundesländer

| Autor: Ira Zahorsky

Berlin und Brandenburg

Berlin

Mit seinen umfassenden (V)DSL- und Kabel-Netz-Angeboten verfügt Berlin über eine gute flächendeckende Breitbandversorgung. Eine Glasfaseranbindung ist fast im gesamten Stadtgebiet für gewerbliche und professionelle Nachfrager im Wege der Realisierung von individuellen Vorhaben möglich. Die flächendeckende Versorgung von Berlin mit LTE ist weitgehend erreicht. Durch das Pilotvorhaben Public WiFi der mabb und die Aktivitäten der Senatskanzlei wurde eine Stimulierung der öffentlichen WLAN-Versorgung erreicht. Durch neue Angebote wie WLAN-Sharing und durch die Angebote einer wachsenden Zahl unabhängiger Anbieter gibt es ein gutes Angebot.

Es ist unstrittig, dass die die Entwicklung der Anforderungen an Telekommunikationsnetze (Übertragungsvolumen und Übertragungsgeschwindigkeiten) in Zukunft den Aufbau und Ausbau glasfaserbasierter Zugangsnetze bis zum Gebäude (FTTB) und später bis in die Wohnungen und Betriebsstätten (FTTH) notwendig machen wird. Zurzeit setzt die Deutsche Telekom auch für Berlin noch maßgeblich auf die Ertüchtigung des vorhandenen Kupfernetzes (VDSL, Vectoring etc.) und die TV-Kabelnetzbetreiber erweitern sukzessive den Einsatz des Glasfaser-Zugangsnetzes.

Im Bereich der Wohnungswirtschaft wurden in Berlin mehrere Vorhaben mit Pilotcharakter aufgesetzt. Kabel Deutschland und die Wohnungsbaugesellschaft gesobau versorgen seit dem 1. Januar 2012 das Märkische Viertel und das Weddinger Quartier Schillerhöhe über ein Glasfaser-Breitbandnetz – sowohl in der Netzebene 3 als auch in den Hausverteilernetzen der Netzebene 4. In der Gropiusstadt im Südosten Berlins entstand bis Sommer 2012 ein zukunftsträchtiges und innovatives Telekommunikationsnetz der Hauptstadt. Im Rahmen des Kooperations-Vorhabens „Gropiusnet“ wurden im Bestand der degewo 4.000 Wohnungen mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet (Kooperationspartner: Vattenfall, degewo, Ericsson, QSC und DNS:Net).

2013 begannen die Planungen für ein Glasfaservorhaben der Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land im Berliner Rollbergviertel. Zahlreiche Glasfaservorhaben werden im Bereich des höherwertigen Wohnungsbaus (Baugruppen, Eigentümergemeinschaften etc.) realisiert.

Brandenburg

Eine flächenmäßige Verfügbarkeit von leistungsfähigen Internetanschlüssen ist im Hinblick auf die demographische Entwicklung in Brandenburg ein wichtiger Standortfaktor. Eine ausreichende Versorgung mit modernem Breitbandzugang ist zunehmend ein Standortfaktor zur Wahl eines Wohnsitzes und Voraussetzung für die Sicherung und Verbesserung der Daseinsfürsorge. Breitbandnetze sind eine wesentliche Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung und die soziale Kommunikation auch in den entlegenen Regionen des Landes. Bislang hat die Marktentwicklung aber nicht dazu geführt, dass Gebiete mit geringer Einwohnerdichte an das schnelle Internet angeschlossen wurden. Die bisherige Breitbandversorgung ländlicher Wohn- und Arbeitsstandorte insbesondere zur Stärkung der lokalen Wirtschaftsstruktur weißt Lücken auf, die geschlossen werden müssen.

Der Koalitionsvertrag „GEMEINSINN UND ERNEUERUNG: EIN BRANDENBURG FÜR ALLE.“ zwischen SPD Brandenburg und Die Linke Brandenburg für die 5. Wahlperiode des Brandenburger Landtages enthält dem entsprechend die folgende Agenda: „Der Ausbau der Breitbandinternet-Infrastruktur in Brandenburg ist eine notwendige Voraussetzung zur Sicherung und Entwicklung des Standortes Brandenburg. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist dies insbesondere in den ländlichen Räumen wesentlich, um das Leben dort zukunftsfähig gestalten zu können. Der Wettbewerb der Netzanbieter alleine wird die bestehende quantitative und qualitative Unterversorgung nicht beseitigen können. Deshalb wird die Landesregierung ihre Anstrengungen weiter intensivieren. Wir werden mit den Netzanbietern den Dialog fortsetzen. Es ist unser Ziel, alle verfügbaren Netze so auszubauen, dass jedem Brandenburger ein hochleistungsfähiger Breitbandinternetanschluss zur Verfügung steht.“

Die Landesregierung hat sich deshalb dazu entschlossen, die Errichtung einer glasfaserbasierten Breitband-Infrastruktur auf der Grundlage des Entwicklungskonzepts Brandenburg Glasfaser 2020 zu fördern. Das Konzept wird vom zuständigen Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten und der Investitionsbank des Landes Brandenburg nun konsequent und erfolgreich umgesetzt. Bei der Umsetzung wird ein bundesweit neuer, bislang einzigartiger Ansatz vertreten. Die Förderung wird großflächig nach Planungsregionen ausgeschrieben, um dem „Rosinenpicken“ von Telekommunikationsunternehmen, die rein betriebswirtschaftlich entscheiden, beim Ausbau von Ortschaften mit schnellem Internet entgegen zu wirken.

Hätte man kleinere Gebietskulissen gewählt, wäre nicht die Ertüchtigung der gesamten Region gesichert gewesen, weil die Erschließung zahlreicher Orte für die Telekommunikationsunternehmen auch bei einer Förderung der Investition mit dem EFRE-Höchstinterventionssatz von 75 Prozent wirtschaftlich nicht realisierbar gewesen wäre. Dies wäre auch nicht bei einer Ausschreibung nach Landkreisen sicher zu stellen gewesen. Erst durch die Ausschreibung nach Planungsregionen konnte ein ausgewogenerer Mix im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit gewährleistet werden. Dadurch wird verhindert, dass unwirtschaftliche Gebiete dauerhaft von der Entwicklung abgehängt werden.

Das Entwicklungskonzept Brandenburg Glasfaser 2020 ist ein wichtiger Beitrag zur Realisierung des Verfassungsanspruchs, gleichwertige Lebensbedingungen in allen Teilen des Landes zu schaffen.

Auch die für die zwei verbleibenden Planungsregionen Lausitz-Spreewald sowie Havelland-Fläming (Brandenburg Südwest) zeitlich versetzt gestarteten Auswahlverfahren sollen bis Juni 2014 erfolgreich und rechtzeitig abgeschlossen werden. Die bautechnische Umsetzung wird auch dort vertraglich bis spätestens 31.10.2015 abgesichert werden.

Nach Abschluss der Maßnahme der Landesregierung wird in den Fördergebieten eine flächendeckende Netzabdeckung mit breitbandigen Internet nach NGA-Vorgabe (New Generation Access) zur Verfügung stehen. Brandenburg nimmt damit bei der Versorgung seiner Bürger mit breitbandigem Internet im bundesweiten Vergleich einen herausragende Spitzenposition und eine führende Stellung ein.

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Breitband in Berlin allerorten möglich? Nein, nur mit Abstrichen: http://www.dslnachpankow.de/  lesen
posted am 02.06.2014 um 23:01 von Unregistriert


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