1.050 Videokameras für die Sicherheit

U-Bahn-Leitstelle hat vollen Durchblick

| Redakteur: Gerald Viola

Dazu kamen je nach Anforderung Live-Streams im MPEG2-Format mit 6 MBit/s. Wird beispielsweise an einem Bahnhof ein Vorfall erkannt, so lassen sich dort die Bilder aller Kameras per Multicast auf alle Video-Monitore im Netzwerk der SWM/MVG verteilen. Dabei sendet eine Kamera weiterhin nur einen Bildstrom bis in den Core. Dort teilt der Core-Switch diesen dann auf die gewünschten Multicast-Ströme auf.

Für hohe Verfügbarkeit des Ethernet-Backbones sorgte von Anfang an neben der Ringarchitektur das EAPS-Protokoll in den Switches. EAPS ist ein von Extreme Networks entwickeltes Protokoll für schnelle Umschaltzeiten von unter 50 Millisekunden im Fehlerfall – beispielsweise beim Bruch einer Glasfaser. „

Wir sind mit der Geschwindigkeit und der Leistungsfähigkeit von EAPS sehr zufrieden“, erklärt Netzwerkspezialist Leonhard Dankerl. „Rapid Spanning Tree wäre nicht nur in Teilen langsamer, sondern ist auch auf maximal 40 Switches in einem Ring beschränkt. Und diese Grenze haben wir in einem Ring bereits erreicht.“

Der Weg zum 
Prozessnetzwerk

Was 2004 ursprünglich als reines Datennetz zur Übertragung von Videodaten der SWM/MVG konzipiert war, hat sich über die Jahre zu einem kompletten Prozessnetzwerk weiterentwickelt. Dabei ist nicht nur die Zahl der angeschlossenen Kameras von 600 auf mehr als 1.000 angestiegen. Durch die standardisierte Übertragungstechnik Ethernet konnten der SWM/MVG auch noch viele weitere Anlagen mit dem Netzwerk verbinden, um diese von zentraler Stelle aus zu steuern und zu überwachen.

Hierzu zählen heute beispielsweise Fahrkartenautomaten, Zutrittskontrollsysteme, Fernsteuerungen für Fahrtreppen und Lifte, neue Zugzielanzeiger, Serviceschnittstellen von Brandmeldesystemen sowie Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen.

2009: Neue Switches für den Netzwerk-Core

„Von den rund 3.500 aktiven Ports in unserem Netzwerk sind heute noch ein Drittel Kameras, die jedoch weiterhin den Großteil des Datenverkehrs verursachen“, erläutert Dankerl. „Die Entscheidung für Ethernet vor sieben Jahren war für uns daher die perfekte Strategie für ein zukunftssicheres und wirtschaftlich zu betreibendes Netzwerk.“

Mit dem Wachstum der Endgeräte im Netzwerk gab es im Jahr 2009 auch den ersten Ausbau des Netzwerk-Cores. Dort ersetzten die SWM/MVG die beiden Alpine-Switches durch vier BlackDiamond-10808-Switches an zwei unterschiedlichen Standorten. Diese leistungsstarken Core-Switches von Extreme Networks sind unter anderem die Basis dafür, die Backbone-Geschwindigkeit in absehbarer Zeit auf 10 GBit/s anzuheben.

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