Angriff auf IT-Systeme TU Berlin schaltet Windows-Systeme ab

| Aktualisiert am 05.05.2021Autor: Susanne Ehneß

Am 30. April 2021 gab es massive Angriffe auf die IT-Systeme der Technischen Universität (TU) Berlin. Aus Sicherheitsgründen musste die Windows-Umgebung abgeschaltet werden. Ein IT-Notfallstab arbeitet seither an der Wiederherstellung.

Blick vom Dach des Physik-Neubaus, Eugene-Paul-Wigner-Gebäude, auf das Hauptgebäude der TU Berlin
Blick vom Dach des Physik-Neubaus, Eugene-Paul-Wigner-Gebäude, auf das Hauptgebäude der TU Berlin
(© TU Berlin/Dahl)

Update: Wie die TU Berlin heute bekannt gab, soll allen Beschäftigten und Studierenden in der zweiten Maiwoche eine neue eMail-Funktion bereitgestellt werden. Die Lösung soll neben dem Senden und Empfangen von neuen Mails auch den Zugriff auf Nachrichten, die seit dem 30. April 2021 in den regulären TU-Mailboxen nicht empfangen werden konnten, beinhalten. Informationen zu Login und Nutzung gibt die TU in den kommenden Tagen auf der eigens eingerichteten Website „Informationen zu eingeschränkten IT-Services an der TU Berlin“ bekannt.

An der TU Berlin kam es am vergangenen Freitag zu Angriffen auf die Windows-Umgebung. Die IT-Abteilung der Hochschule hat daraufhin die Server der zentral verwalteten Windows-Umgebung abgeschaltet. Seither stehen Services wie WLAN, das Senden/Empfangen von eMails, die Nutzung der tubCloud, des TU-Portals (tuPort) und des VPN-Clients oder SAP-Anwendungen nicht zur Verfügung.

Für die externe Kommunikation per Mail empfiehlt die TU Berlin ihren Mitarbeitern derzeit, auf einen „datenschutzgerechten Drittanbieter mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Server in Europa“ zurückzugreifen.

Ausmaß noch nicht abschätzbar

Wie die TU Berlin bekannt gab, arbeite man „unter Hochdruck an der Lösung des Problems“ und habe hierfür unter Leitung des TU-Präsidenten einen IT-Notfallstab einberufen. Auch externe IT-Sicherheitsexperten seien nun mit an Bord. Mit den betreffenden Bundes- und Landesbehörden stehe die TU Berlin in Kontakt und habe Anzeige erstattet.

„Eine Einschätzung zum Aufwand und zur Dauer der derzeitigen und weiterer Einschränkungen ist aktuell noch nicht möglich“, heißt es aktuell aus Berlin. Der Lehr- und Forschungsbetrieb finde statt – so weit es die technischen Einschränkungen zulassen.

„Der Angriff trifft uns in einer Situation, die uns durch die Corona-Krise alle bereits täglich fordert“, kommentiert TU-Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen. „Doch seien Sie gewiss, der IT-Notfallstab und alle involvierten Expert*innen sorgen dafür, die Einschränkungen unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten für Sie so gering wie möglich zu halten. In den organisatorischen Abläufen der TU Berlin kommt es aufgrund der Situation derzeit zu zusätzlichen Verzögerungen. Wir bitten um Verständnis.”

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 Susanne Ehneß

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