Daniel Szabo, CEO Körber Digital, im Interview „Trial and Error ist normal für Digitalisierungsprojekte“

Das Gespräch führte Natalie Ziebolz

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Auch wenn täglich von der Digitalisierung der Verwaltungen die Rede ist, nicht überall wurden bereits zahlreiche Digital-, Daten- und KI-Projekte umgesetzt. Daniel Szabo, CEO bei Körber Digital, weiß, worauf dabei zu achten ist.

Durch die Digitalisierung lassen sich manuelle, repetitive Arbeiten reduzieren
Durch die Digitalisierung lassen sich manuelle, repetitive Arbeiten reduzieren
(© Sikov – stock.adobe.com)

Herr Szabo, aller Anfang ist schwer. Wie finden Öffentliche Verwaltungen heraus, welche Digital-, Daten- und KI-Projekte bei ihnen sinnvoll und umsetzbar sind?

Szabo: Am besten beraten sind Institutionen genauso wie Unternehmen damit, sich bei diesem Thema Expertensupport zu holen – ganz besonders dann, wenn noch keine Digitalisierungsstrategie vorliegt. One fits all funktioniert beim Thema Digitalisierung für Öffentliche Verwaltung nicht, daher bietet es sich an, mit Experten in den Austausch zu gehen, welche sich nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch mit dem Thema auskennen. Denn Digitalisierung bedeutet eben nicht, einfach nur Technologien einzusetzen – erfahrungsgemäß scheitern die meisten Digitalisierungsprojekte aufgrund einer mangelhaften Strategie und nicht einer unzureichenden technologischen Lösung.

Worauf ist bei der Umsetzung entsprechender Projekte zu achten, um die Fehlerquote so gering wie möglich zu halten?

Szabo: Zuerst eine klare Strategie definieren, dann die richtigen Partner für die Umsetzung auswählen. Während der Implementierungsphase beständig monitoren und nachjustieren – Trial and Error ist normal für Digitalisierungsprojekte. Neben der richtigen Strategie und der passenden Technologie muss außerdem sichergestellt werden, dass die Mitarbeiter das Projekt mittragen und dazu befähigt werden, die Technologie richtig zu nutzen.

Wie sollten die damit betrauten Teams aufgebaut sein: klein und agil oder mit großer Mannstärke? Und warum?

Szabo: Starre Strukturen vermindern Geschwindigkeit. Große Teams und Agilität müssen nicht unbedingt ein Widerspruch sein, auch wenn dies in vielen Unternehmen nach wie vor oft der Fall ist. Ich würde empfehlen, für die Implementierung auf ein kleines, aber hochkompetentes Expertenteam zu setzen. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass das Team, welches die Umsetzung vorantreibt, oft nicht das Team ist, welches im Alltag mit den Technologien arbeiten soll. Entsprechend dürfen diese Mitarbeiter bei dem Gesamtprozess nicht vergessen werden. Ein beständiges Informieren und ein strategisch aufgebautes inhaltliches Abholen des gesamten Teams ist elementar für die Akzeptanz.

Der IT-Fachkräftemangel betrifft allerdings auch die Öffentliche Hand. Wie lassen sich die benötigten Fachkräfte akquirieren?

Szabo: Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Generell empfiehlt es sich, auf digitale Lösungen zu setzen, welche auf Plug-and-Play-Ansätzen basieren und intuitiv zu nutzen sind. Mit einer entsprechenden Weiterbildung der bestehenden IT-Kräfte und einem Lösungsanbieter, der als Partner agiert, ist definitiv schon mal ein großer Schritt in die richtige Richtung getan.

Bei der Umsetzung digitaler Projekte kommt es jedoch nicht nur auf das Projekt-Team an, es geht vielmehr auch darum, die gesamte Belegschaft während des Prozesses mitzunehmen. Welche Mitarbeiterstrukturen sind dafür geeignet?

Szabo: Das ist aus meiner Sicht weniger eine Frage von Struktur, sondern vielmehr von Kultur. Transparenz und Erklärung sind das A und O, um bei den Mitarbeitern ein Verständnis und Akzeptanz aufzubauen. Außerdem sollte das Management einheitlich geeint bei dem Thema auftreten und als Role Model agieren. Je hierarchischer ein Unternehmen aufgebaut ist, desto wichtiger ist die Rolle der Teamleiter als Ambassadors.

Wie profitiert die Öffentliche Hand am Ende von entsprechenden Projekten?

Szabo: Digitalisierung hat das Potenzial, Prozesse einfacher, schneller und effizienter zu machen. Das gilt für alle Einsatzbereiche. Welche Parameter konkret zum Tragen kommen, hängt natürlich von dem jeweiligen Einsatzgebiet der Digitalisierung ab. Ein Aspekt, bei welchem ich sehr viel Potenzial sehe, ist die Verringerung von manueller, repetitiver Arbeit. Wird diese verringert, können sich Mitarbeiter auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und die Arbeitszeit outputorientierter nutzen.

Daniel Szabo
ist CEO bei Körber Digital

© Viktor Strasse

(ID:48552446)

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