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Verwaltung 2030

Trends, Ausblick und Handlungsoptionen

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Strukturreformen auf allen Gebieten

In den Bereichen Infrastruktur, Energie und Umwelt wird die Privatisierung und Deregulierung der Märkte weitgehend abgeschlossen sein und ein Bedarf von über 400 Milliarden Euro bis 2030 für Investitionen in Infrastrukturen in Deutschland bestehen. Die Bedeutung erneuerbarer Energiequellen wird steigen, fossile Brennstoffe werden weiterhin wichtigste Primärenergiequellen sein und die CO2-Emission wird um ein weiteres Drittel, die Temperatur um etwa zwei Grad und der Meeresspiegel um sechs Zentimeter steigen.

Damit stellt sich die Frage, wie Staat und Verwaltung den Anforderungen als Anbieter, Nachfrager, Förderer und Regulierer gerecht werden können. Dies wird Politik und Verwaltung zum Ausbau gemeinsamer Geschäftsmodelle mit der Privatwirtschaft, zum Beispiel tragfähiger Public Private Partnership (PPP)-Modelle und gemeinsamer Shared Services Center, sowie einer nachhaltigen Planung von Verwaltungsleistungen motivieren. Die Verwaltung wird darüber hinaus die Gebäudenutzung hin zu einer CO2-neutralen Aufstellung optimieren.

Die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) wird sich zu „unabschaltbarer“, technischer Unterstützung aller Arbeits- und Lebensbereiche mit durchgängiger Vernetzung entwickeln. In der globalen Wirtschaft werden Prozessketten elektronisch unterstützt und IKT als entscheidender Wettbewerbsfaktor genutzt. Dabei werden die Sicherung der Innovationsfähigkeit, Effizienzgewinne durch neue Technologien, IKT-Sicherheit und die umfassende Anbindung an die IT-Systeme der Verwaltungskunden eine große Rolle spielen.

Insbesondere das Internet führt durch die erhöhte Transparenz über alle staatlichen Bereiche zu einem immer stärker werdenden Bedürfnis nach gerechter Behandlung in jedem einzelnen Bereich. Dies wiederum führt zu steigenden Anforderungen an die Reglementierung und Bürokratie. Daher wird es auch in Zukunft schwer sein, Bürokratiekosten abzubauen. Das Internet kann aber auch dem sinkenden gesellschaftlichen Interesse an politischer Gestaltung entgegenwirken. So wird die politische Mitwirkung themengebunden über Angebote im Bereich eParticipation stattfinden.

Fazit

1. Bundes- und Landesregierungen sind gefordert, die Reformfähigkeit der Verwaltung zu überprüfen und Strukturen zu schaffen, die gebietskörperschaftsübergreifend Veränderungen initiieren, steuern und umsetzen können. Dabei wird es zunehmend nicht nur um Technik und Organisation, sondern auch um die rechtlichen Voraussetzungen und den politischen Willen gehen.

. Es gilt, ein ganzheitliches Bild von der Verwaltung 2030 zu entwerfen und Initiativen für deren Umsetzung aufzusetzen beziehungsweise laufende Initiativen in deren Kontext zu stellen.?

Der Ausblick in die Zukunft sollte keine Ängste schüren, sondern Motivation für ein frühzeitiges Einstellen auf die notwendigen Veränderungen und Gestaltungen der Zukunft ermöglichen. Wie schon der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt sagte: „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.“

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