IT-Ressourcen optimal nutzen Traffic Engineering: Energiebedarf in der IT senken

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Ein neues Projekt an der Universität Osnabrück untersucht die Möglichkeiten der Energieeinsparung in der Telekommunikation. Der Forschungsbereich, der sich diesen Herausforderungen stellt, wird als Traffic Engineering bezeichnet. Ihm widmet sich der Fachbereich Mathematik/Informatik.

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Ein Projekt am Fachbereich Mathematik/Informatik der Universität Osnabrück möchte mit Traffic Engineering den Energiebedarf von IT deutlich reduzieren.
Ein Projekt am Fachbereich Mathematik/Informatik der Universität Osnabrück möchte mit Traffic Engineering den Energiebedarf von IT deutlich reduzieren.
(Bild: Simone Reukauf)

Die optimale Nutzung von IT-Ressourcen ist eine wichtige Herausforderung sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht. Ein neues Projekt am Fachbereich Mathematik/Informatik der Universität Osnabrück möchte mit Traffic Engineering den Energiebedarf von IT deutlich reduzieren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) stellt für diese Forschung rund 420.000 Euro über zwei Jahre zur Verfügung.

Ziel des Projektes sei es, den Ansatz des so genannten Segment Routing zu nutzen, um das Einsparpotenzial im Energie- und Ressourcenverbrauch bestmöglich auszuschöpfen: „Beim Segment Routing lenken wir den Datenverkehr vom Eintrittspunkt über wenige Kontrollpunkte durch das Netzwerk. Dieser Ansatz ist ein realisierbarer Kompromiss zwischen Mikromanagement und einfachen, kürzesten Pfaden für den Datentransport “, erklärt Prof. Dr. Markus Chimani vom Institut für Informatik, der gemeinsam mit Prof. Dr. Nils Aschenbruck das Projekt leitet.

Konkret gehe es bei der Netzoptimierung darum, eine Vielzahl von Rahmenbedingungen zu betrachten. Neben dem Ressourcenverbrauch seien auch Robustheit und Sicherheit wichtige Kriterien. Segment Routing sei ein neuerer Ansatz für Traffic Engineering. „Dieser wurde bisher noch nicht mit dem Ziel, Energie einzusparen, eingesetzt. Wir wollen erforschen, ob er sich dazu eignet“, sagt Prof. Aschenbruck.

Eine große Herausforderung dabei sei die Berechenbarkeit von exakten Lösungen, also die Vorhersage des schnellsten, sichersten und belastbarsten Wegs von Datenpaketen durch das Netzwerk – gerade unter der Zielmarke von Energieeffizienz, sagt Chimani und ergänzt: „Wenn wir zusätzlich einen Fokus auf Energieeffizienz legen, ist damit zu rechnen, dass exakte Lösungen an den Kontrollpunkten nicht mehr für alle Szenarien in der Praxis berechenbar sein werden.“ In dem Osnabrücker Projekt würden Praxisfragen des Traffic Engineering daher auch mit algorithmischer Grundlagenforschung kombiniert.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei IP-Insider.

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