Prozessreifeanalyse Total Value of IT (TVIT)

Autor / Redakteur: Steven Handgrätinger / Gerald Viola

Nachdem für viele Öffentliche Verwaltungen weniger entscheidend ist, welche Informationstechnologie eingesetzt wird als vielmehr, wie diese Technologie betrieben wird und wie sie die Verwaltung unterstützt, wird auch die Frage nach dem qualitativen und wirtschaftlichen Nutzen von Prozessoptimierung und IT Service Management zunehmend relevant.

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Korrelation zwischen Prozessreife und Kosten (Quelle: Gartner)
Korrelation zwischen Prozessreife und Kosten (Quelle: Gartner)
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Modell Total Value of IT (TVIT) kombiniert dazu eine standardisierte Prozessreifeanalyse mit einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung nach TCO (Total Cost of Ownership) und bietet die Basis, um für Planung und Umsetzung von IT Service Management belastbare quantitative Daten zu erheben und eine qualifizierte Kosten-Nutzen-Betrachtung für das Projekt durchzuführen. Die Anwendung dieser Methode ist durch die neue Kooperation des IT Service Management Forum Deutschland (itSMF) und Gartner Deutschland möglich. Beide Partner haben hierzu Beratungshäuser explizit zertifiziert. Die Koordination erfolgt über das itSMF.

Does IT Matter?

Mit seinem im Mai 2003 im Harvard Business Review erschienenen Artikel „IT Doesn’t Matter“ erzeugte der Autor Nicholas Carr einige Aufregung in der IT-Welt. Seine These war, dass Informationstechnologie zwar die Basis jeden wirtschaftlichen Handelns geworden ist, aber einem einzelnen Unternehmen keine strategischen Wettbewerbsvorteile mehr bieten kann. Führungskräfte verwenden gerne diese Begründung, warum IT eigentlich zu teuer ist. Bei detaillierter Betrachtung findet man durchaus Beispiele, in denen Investitionen in die Informationstechnologie einen strategischen Mehrwert für ein Unternehmen erzielt haben. Schwierig ist bei diesen Betrachtungen jedoch immer, den konkreten Zusammenhang zwischen Aufwand und Ergebnis darzustellen und unter laufend veränderten Rahmenbedingungen eindeutig zu messen. Die Betrachtung des „Total Value of IT“ versucht daher, mit einem standardisierten Analyseansatz und einer gesamtheitlichen Betrachtung darzustellen, welchen Mehrwert für ein Unternehmen IT Service Management tatsächlich darstellt.

Eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung fragt nach dem Verhältnis zwischen den erzielten Ergebnissen und den dafür eingesetzten Mitteln. Typische Probleme sind dabei die Messung und Bewertung von Aufwand und Ergebnis, die Vergleichbarkeit unter wechselnden Rahmenbedingungen und die Zurechnung, welche Wirkung ursächlich von einem Mitteleinsatz erreicht wurde. TVIT greift auf das TCO-Modell von Gartner zurück. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwei Kostenkategorien:

  • Direkte Kosten, also in der IT budgetierte Kosten, die durch Hard- und Software, Betriebs- und Verwaltungsprozesse der IT entstehen, und
  • indirekte Kosten, die auf der Geschäftsseite durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik entstehen.

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