Open Government als Strategie für guten Staat

Territorialprinzip: Das Virtuelle Rathaus muss endlich bezogen werden

28.06.2011 | Redakteur: Manfred Klein

Oberbürgermeister Torsten Albig fordert einen radikalen Wandel des kommunalen Selbstverständnisses
Oberbürgermeister Torsten Albig fordert einen radikalen Wandel des kommunalen Selbstverständnisses

Anlässlich des ISPRAT-Wissenschaftstages in Kiel sprach sich Torsten Albig, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel, für einen radikalen Paradigmenwechsel im kommunalen Selbstverständnis aus. Kommunen sollten ihre Aufgabenerledigung an industriellen Standards orientieren und arbeitsteilig organisieren. Gleichzeitig votierte der ISPRAT-Vorstandsvorsitzende Matthias Kammer dafür bei der Umsetzung von Open Government mehr Mut zu zeigen.

Dazu Torsten Albig, der auch SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2012 in Schleswig-Holstein ist: „Wir müssen uns von dem Gedanken lösen, dass das Rathaus ein rein physischer Ort ist. Die Gemarkungskommune, also die gebietlich organisierte Kommune, ist im Zeitalter der Informationstechnik hinfällig geworden. Die Ära der virtuellen und vor allem kooperativen Rathäuser muss endlich beginnen. Denn IT macht nicht an Marksteinen von Kommunen halt.“

Kommunen sollten ihre Aufgabenerledigung an industriellen Standards orientieren und arbeitsteilig organisieren. Die Organisation sollte nicht mehr dem Territorialprinzip folgen, sondern der tatsächlichen Aufgabenerledigung. Das bedeute: Vor Ort ist Verwaltung in Bereichen wie Daseinsvorsorge, Soziales oder Bildung präsent. Der rein dienstleistende Staat aber ist nicht an feste Orte gebunden. Das gilt für Verwaltung, die Personaldokumente erstellt, Kfz-Daten administriert oder im Personalwesen tätig ist. Ihre Aufgaben können von Dienstleistern wie Shared Service Centern übernommen werden.

Albig: „Nur durch arbeitsteilige Aufgabenerledigung haben wir die Möglichkeit, Kosten zu senken, zum Beispiel die Kosten personalintensiver Massenprozesse. Und nur so können wir in der unmittelbaren Bürgerverwaltung stärker werden. Redundant vorgehaltene Verwaltung der Verwaltung in den rund 13.000 deutschen Kommunen können wir uns nicht mehr leisten, denn fast jede Kommune steht finanziell mit dem Rücken zur Wand.“

Nächste Seite: Nachhaltigkeit des Verwaltungshandelns stärken

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 2052168 / Projekte & Initiativen)