Home Monitoring

Telemedizin sorgt für eine bessere und effizientere Patientenversorgung

| Redakteur: Manfred Klein

Telemedizin erhöht die Lebensqualität auch von Herzschrittmacher-Patienten
Telemedizin erhöht die Lebensqualität auch von Herzschrittmacher-Patienten (Bild: Biotronik)

Studien belegen den medizinischen und ökonomischen Nutzen des Home Monitoring für Herzpatienten – Experten fordern nun flächendeckenden Einsatz. Im Rahmen des 20. Expertentreffens für Herzrhythmustherapie in Krems wurden die Potenziale einer telemedizinischen Fernnachsorge mit Biotronik Home Monitoring diskutiert.

Im Rahmen eines Pressegespräches anlässlich des 20. Expertentreffens für Herzrhythmustherapie in Krems wurden die Potenziale einer telemedizinischen Fernnachsorge mit Biotronik Home Monitoring diskutiert. Diese ermöglicht es Ärzten, Patienten mit einem Herzschrittmacher oder implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD) aus der Ferne zu betreuen und frühzeitig in die Therapie einzugreifen.

Bei dem Treffen kam der Frage nach einer möglichen Effizienzsteigerung durch Home Monitoring besondere Bedeutung zu – nicht zuletzt angesichts des seit Beginn des Jahres in Österreich gültigen Ärztearbeitszeitgesetzes, das eine deutliche Begrenzung der ärztlichen Arbeitszeit in Spitälern vorsieht.

Dr. Franz Xaver Roithinger, designierter Vorsitzender der ÖKG (Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft), sieht einen eindeutigen ökonomischen und klinischen Nutzen und fordert daher auch eine flächendeckende Umsetzung von telemedizinischen Leistungen für die Therapie von herzkranken Patienten: „Mithilfe von Home Monitoring wird der Arzt frühzeitig über klinisch relevante Ereignisse informiert und kann so rechtzeitig die Therapie anpassen. Die Behandlung orientiert sich damit am individuellen Bedarf des Patienten. Insbesondere kann die Telemedizin unnötige Routinekontrollen vermeiden. Auf diese Weise hilft uns Home Monitoring unsere Arbeitskraft genau für die Patienten einzusetzen, die sie tatsächlich brauchen. Durch eine zielgerichtete Therapie können so schließlich Kosten für das Gesundheitssystem reduziert werden.“

Der ökonomische Nutzen wurde bereits in mehreren Studien bestätigt – so hat die französische Ecost-Studie gezeigt, dass dank ambulanter Fernnachsorge per Biotronik Home Monitoring mehr als 300 Euro pro Patient und Jahr eingespart werden können.

Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer vom SMZ Süd in Wien und Dr. Michael Nürnberg vom Wilhelminenspital Wien betonen den klinischen Nutzen der Home Monitoring geführten Therapie. So helfe die telekardiologische Fernnachsorge, auch schleichende oder asymptomatische Veränderungen im Gesundheitszustand des Patienten rechtzeitig zu erkennen.

„Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz stellen komplexe Krankheitsbilder dar, die von Patient zu Patient unterschiedlich verlaufen und in ihrer Entwicklung nur schwer vorhersehbar sind. Einige Rhythmusstörungen, wie etwa das Vorhofflimmern, können auch längere Zeit unbemerkt verlaufen, der Patient verspürt keine Symptome. Daher ist eine engmaschige Beobachtung des Gesundheitszustandes des Patienten sehr wichtig für den Behandlungserfolg“, erklärt Podczeck-Schweighofer.

Das Home Monitoring von Biotronik ermöglicht nun eine vollautomatische und tägliche Übertragung der Informationen aus dem Herzen des Patienten an den behandelnden Arzt. Dadurch kann dieser frühzeitig erkennen, ob sich der Gesundheits­zustand seines Patienten verändert und, wenn nötig, schnell eingreifen.

Zahlreiche Studien bestätigen den klinischen Nutzen. So können Krankenhauseinweisungen (TRUST) und Schlaganfälle (COMPAS) vermieden und sogar die Sterblichkeit um mehr als die Hälfte bei Herzinsuffizienzpatienten reduziert werden (IN-TIME).

Angesichts der umfangreichen Studienlage empfiehlt die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) die telemedizinische Fernnachsorge zur Schrittmacher-, ICD- und kardialen Resynchronisationstherapie. „In der ÖKG stellen wir jedoch noch Defizite bei der Umsetzung der Telemedizin in Österreich fest“, erklärt Roithinger.

„Aufgrund der überzeugenden Studienlage und des nachgewiesenen Nutzens für den Patienten und auch für das Gesundheitssystem, fordern wir daher einen flächendeckenden Einsatz der implantatgestützten Telemedizin in Österreich.“

Dr. Michael Nürnberg erlebt in seiner täglichen Arbeit entscheidende Auswirkungen auf die Lebensqualität seiner Patienten: „Einige meiner Patienten stehen noch mitten im Berufsleben, sie reisen viel und führen ein aktives Leben. Mit Home Monitoring habe ich ihr Herz dennoch immer im Blick, das gibt meinen Patienten mehr Sicherheit. Zudem zeichnet sich Biotronik Home Monitoring dadurch aus, dass es keinerlei Mitarbeit seitens des Patienten erfordert. Das Implantat sendet täglich und automatisch die Daten an den Arzt. Meine Patienten erleben es als sehr befreiend, ihr Herz in sicheren Händen zu wissen“, fasst Nürnberg zusammen.

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