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Intelligente Chipkarten Technische Universität Chemnitz: Mehr Komfort im Uni-Alltag

| Autor / Redakteur: Heike Lischewski / Gerald Viola

Die Technische Universität Chemnitz setzt wie alle deutsche Hochschulen als Studenten- und Mitarbeiterausweise Chipkarten ein. Doch die meisten dieser herkömmlichen Systeme, die bereits vor Jahren eingeführt wurden, genügen wirtschaftlichen und organisatorischen Anforderungen längst nicht mehr. Die sächsische Hochschule hat deswegen eine Lösung eingeführt, die das Internet als Kommunikationsweg einbezieht, einfach zu bedienen und bei erhöhter Sicherheit gleichzeitig preiswert im Unterhalt ist.

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Angedacht. Anmeldungen zu Prüfungen sowie die Einsicht-nahme in die Prüfungsergebnisse sollen künftig per Internet erfolgen
Angedacht. Anmeldungen zu Prüfungen sowie die Einsicht-nahme in die Prüfungsergebnisse sollen künftig per Internet erfolgen
( Archiv: Vogel Business Media )

Bereits seit dem Wintersemester 1999/2000 nutzen Studierende und Mitarbeiter der Technischen Universität Chemnitz (TUC) mit der „TUC-Card“ eine multifunktionale SmartCard. Sie ist mit einem kontaktbehafteten Chip, einem kontaktlosen Mifare-Chip, einem Magnet- und einem TRW-Streifen ausgerüstet. Diese Karten sind als universelle Studierenden- und Mitarbeiterausweise gut geeignet und besitzen verschiedene weitere Funktionen, etwa für die Zugangskontrolle, als Semesterticket oder die elektronische Geldbörse.

Aber: Die bislang ausgegebenen multifunktionalen Chipkarten wurden von einem auf Kartensysteme spezialisierten Unternehmen bezogen, das jedoch die Codierung der Chips gegenüber den Anwendern grundsätzlich nicht offenlegt.

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Daraus ergibt sich eine ungewollte Bindung an einen einzelnen Lieferanten, unter anderem mit Auswirkungen auf die Verhandelbarkeit der Konditionen. Folgen dieser Abhängigkeit zeigten sich außerdem bei der Beschaffung zusätzlicher Karten, wenn es in Spitzenzeiten zu Engpässen kam. Auch führten Änderungen am Design oder an den Funktionen der Karte zu aufwendigen Abstimmungen mit dem Produzenten sowie ebenfalls zu Verzögerungen bei der Lieferung.

Prozesse straffen, Kosten senken

Hinzu kam, dass die kontaktbehafteten Karten-Chips einerseits sehr teuer sind und andererseits starken Abnutzungserscheinungen unterliegen, wenn sie – wie im Studentenalltag nicht unüblich – ungeschützt aufbewahrt und mechanisch heftig beansprucht werden. Deshalb sollte auf diese Bauform künftig verzichtet werden. Also setzte die TU Chemnitz gemeinsam mit Siemens Enterprise Communications mehrere Projekte auf. Deren Ziel war es, durch mehr Komfort und einfachere Nutzungsmöglichkeiten der TUC-Card die Attraktivität der Hochschule deutlich zu erhöhen und gleichzeitig die laufenden Kosten zu reduzieren. Dazu wurden nicht zuletzt die komplexen Prozesse und technischen Infrastrukturen im Zusammenhang mit der TUC-Card vereinfacht.

Die SmartCard-Experten des neuen Partners schlugen vor, alle Informationen im kontaktlosen Mifare-Chip zu speichern. Die Codierungsschlüssel der Chips werden offengelegt, sodass sie von verschiedenen Anbietern programmiert werden können und die TU Chemnitz die Möglichkeit hat, die Karten über den freien Markt zu beziehen. Damit gewinnt die Hochschule sowohl bei der Abwicklung als auch bei den Ausgaben für die Beschaffung erheblich an Flexibilität.

Sämtliche Karten administriert die Lösung zudem über ein zentrales Card-Management-System (CMS). Es erlaubt eine rollenbasierende Benutzerverwaltung für die Registrierung der Studierenden und Mitarbeiter sowie für Ausgabe, Personalisierung und gegebenenfalls Sperrung der Karten. Unter anderem lässt sich jederzeit der aktuelle Kartenstatus abfragen und das System verwaltet den kompletten Lebenszyklus jeder Karte von der Beantragung bis zu Sperrung und Vernichtung.

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Wartezeiten bei Rückmeldung verkürzt

Auf diese Weise hat die TU Chemnitz stets einen lückenlosen Überblick über Nutzung und Verbleib jeder einzelnen ausgegebenen TUC-Card und kann die Sicherheit erhöhen.

Für die Rückmeldung und verschiedene andere Funktionen befinden sich bereits seit Einführung der Chipkarten Selbstbedienungsstationen auf dem Campus. Allerdings kam es immer wieder zu langen Wartezeiten, weil zu jedem Semesterbeginn sehr viele Studenten zugleich ihre Rückmeldung eingeben wollen und ein einzelner Ablauf etwa 15 Minuten dauerte. Durch diesen Andrang und die intensive Nutzung stieg zudem die mechanische Belastung der Selbstbedienungsstationen erheblich, sodass sich Störungen häuften. Kostenintensiv waren darüber hinaus der Wartungsaufwand sowie der Papier- und Toner-Verbrauch beim Drucken einiger zigtausend Bescheinigungen pro Semester.

Im Rahmen des Projektes wurde deshalb der Rückmeldevorgang in zwei Prozessschritte getrennt. Der erste Schritt umfasst die eigentliche Rückmeldung einschließlich des Ausdrucks entsprechender Bescheinigungen sowie gegebenenfalls des Änderns persönlicher Daten. Er wurde so gestaltet, dass er komplett online, rund um die Uhr und an praktisch jedem Computer weltweit erledigt werden kann. Denn für die Anmeldung an einem extra dafür eingerichteten Webserver spielt es keine Rolle, ob der Studierende zu Hause mit dem Word Wide Web verbunden ist, ob er ein Internet-Café besucht oder einen über das Intranet vernetzten Pool-PC an der Uni nutzt. Auf jeden Fall erreicht er über diesen Weg den Applikationsserver, der die Schnittstelle zum Hochschulinformationssystem (HIS) bildet.

Die TU hat (fast) keine Druckkosten mehr

Der Studierende meldet sich zurück, zahlt seine Gebühren mittels Einzelüberweisung, per Online-Banking oder über EC-Karte und druckt alle erforderlichen Bescheinigungen am Drucker seines PCs. Dazu erhält er über das Internet Zugriff auf die entsprechenden PDF-Dokumente. Deren Richtigkeit lässt sich im Nachhinein anhand eines Web-Links in der Fußzeile prüfen.

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