Corporate Social Responsibility TCO-Zertifikat steht als Fairtrade-Zeichen für nachhaltige IT

Autor / Redakteur: Sarah Maier / Gerald Viola

Soziale Verantwortung wird für das Image vieler Unternehmen immer wichtiger. Die gemeinnützige Organisation TCO Development zertifiziert deshalb Produkte wie Monitore nicht nur nach ihrer Performance, sondern auch nach Aspekten der Corporate Social Responsibility. Das Siegel ist wichtig, besonders bei Regierungsaufträgen.

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Auf der Hälfte aller Monitore weltweit befindet sich das TCO-Zeritifikat.
Auf der Hälfte aller Monitore weltweit befindet sich das TCO-Zeritifikat.
(Archiv: Vogel Business Media)

Auf fast jedem in einem deutschen Unternehmen eingesetzten Monitor ist es zu finden, das TCO-Siegel. Doch wofür steht dieser Aufkleber eigentlich, der mittlerweile seinen 20. Geburtstag feiert?

„TCO Development ist eine gemeinnützige Organisation aus Schweden. 1992 haben wir begonnen, Computer-Monitore in Hinblick auf Kriterien wie Gesundheit, Sicherheit, Engerieverbrauch und elektormagnetische Emissionen zu untersuchen und zu zertifizieren“, erläutert Niclas Rydell, Product and Certification Director bei TCO Development, die grundlegende Idee hinter dem Konzept.

„Seit 2009 und damit die jüngste Eigenschaft, welche wir überprüfen, ist CSR.“ CSR steht für Corporate Social Responsibility – die soziale Verantwortung eines Unternehmens. Dazu zählt beispielsweise, sicherzustellen, dass Geräte nicht durch Kinderarbeit oder unter gefährlichen Bedingungen produziert werden.

Beispiel Foxconn

„Wir sehen uns die Firmen und Zulieferbetriebe persönlich an“, so der Schwede.

„Das war den Firmen anfangs gar nicht so einfach zu vermitteln und viele sagten uns, dass sie uns auf keinen Fall die Produktionsstätten überprüfen lassen könnten. Doch irgendwann wurde der Druck auch durch die Nachfrage von Endkunden, wie Regierungs­organisationen, so groß, dass wir schließlich die Erlaubnis bekamen.“

Als ein Beispiel für schlechte Arbeitsbedingungen nennt Rydell den chinesischen Produzenten Foxconn, der unter anderem Apple beliefert. Aufgrund der Arbeitsbedingungen war der Hersteller erst durch eine Reihe von Selbstmorden und im September durch eine Massenschlägerei mit 2.000 beteiligten Mitarbeitern in die Medien geraten. „Das schadet nicht nur dem Image von Foxconn sondern auch den weiterverarbeitenden Herstellern sowie möglichen Geschäftskunden, die Produkte aus umstrittenen Produktionen einsetzen“, erklärt Rydell.

Allerdings müssen momentan viele Käufer noch sensibilisiert werden für das Thema CSR. Bei TCO Development ist man sicher, dass sich hier, ähnlich wie beim Kaffee aus Fairtrade-Anbau, in den kommenden Jahren einiges tun wird.

Druck vom Kunden

Einen gewissen Druck auf die Hersteller übt die gemeinnützige Organisation unter anderem durch ihre Geschäftskundendatenbank aus. Diese gibt es seit rund zwei Jahren und sie umfasst etwa zehn Millionen Kunden. Darunter namhafte Autohersteller, aber auch das Bayerische Staatsministerium oder die Bundesagentur für Arbeit.

Sie alle wollen sicherstellen, dass die von ihnen verwendete IT entsprechend nachhaltig ist. Das verleiht der TCO wiederum eine starke Stimme. Weltweit sind mittlerweile fast 50 Prozent aller Monitore mit dem TCO-Siegel versehen.

„Derzeit versuchen wir zudem verstärkt auch Notebooks, Tablets, All-in-One-PCs, Desktops und Projektoren zu zertifizieren“, sagt Rydell.

Getestet von Dritten

Die Tests für die Zertifizierungen werden von Dritten, wie beispielsweise dem TÜV Rheinland, durchgeführt. Das garantiert auch die Unabhängigkeit der Organisation, denn so ist sichergestellt, dass die Prüfer wirklich neutral sind.

„Die Standards, die wir von unseren Testlaboren verlangen, sind zudem sehr hoch angesetzt“, führt Rydell aus. „Weltweit akzeptieren wir momentan nur zehn Labore. Das stellt sicher, dass diese profitabel arbeiten können.“

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