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Dennoch auf dem richtigen Weg T-Systems mit Umsatzeinbußen im vierten Quartal 2009

Autor / Redakteur: Matthias Kraus / Katrin Hofmann

Trotz der schlechten Q4-Ergebnisse stellt IDC die von T-Systems vorgestellte Strategie nicht in Frage. Dennoch steht das Unternehmen vor Herausforderungen.

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Matthias Kraus, Research Analyst bei IDC in Frankfurt
Matthias Kraus, Research Analyst bei IDC in Frankfurt
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei T-Systems war es um das 4. Quartal 2009 schlechter bestellt als bei einigen Mitbewerbern. Das Unternehmen musste Umsatzeinbußen in Höhe von 8,1 Prozent hinnehmen: Dieser Prozentsatz liegt höher als der Gesamtjahresrückgang 2009. Nach Schätzungen von IDC dürfte das externe IT-Services-Geschäft im letzten Quartal 2009 um zirka 7,5 bis 8 Prozent zurückgegangen sein. Die Q4-Rückgänge sind auf die schlechteren Ergebnisse im internationalen Systemintegrationsgeschäft zurückzuführen, was zum einen wohl mit der Situation der Automobilbranche zusammenhängt, zum anderen mit rückläufigen Preisen, insbesondere im Bereich Desktop-Services, aber auch bei den Rechenzentrums-Dienstleistungen.

Und obwohl ein Großteil der Gesamtjahreseinbußen im konzerninternen Geschäft aufgelaufen sind, schloss dieser Bereich in Q4 doch besser als das externe Geschäft ab, was darauf hindeutet, dass die intern gezahlten Preise sich inzwischen den externen Preisen angenähert haben. International wurden schlechtere Ergebnisse als in Deutschland erzielt. Auch das ist für T-Systems alles andere als normal, erklärt sich aber aus den oben genannten Gründen.

Der Q4-Rückgang liegt über dem Marktdurchschnitt, allerdings hat das Unternehmen den Turnaround bereits vollzogen und eine ganze Reihe neuer IT-Outsourcing-Verträge abgeschlossen, unter anderem mit Philips, DLR, Sasol (Südafrika) und Arivia in Q4 sowie MAN, Linde und weiteren Unternehmen im Laufe des Jahres 2009. Doch es dauert seine Zeit, bis sich diese Verträge auch in den Umsätzen widerspiegeln. Deshalb sind – wenn nicht für das erste Quartal 2010, dann im zweiten Quartal 2010 – bessere Zahlen zu erwarten. Die Konkurrenz sagt zwar von T-Systems, dass der Anbieter „alles mitnimmt, was sich in Deutschland bewegt“ und hält zukünftige Gewinne für fraglich.

Nach Meinung der IDC-Analysten hat T-Systems Gewinnsteigerungen ebenso im Blick wie Umsatzzuwächse und legt es ganz bestimmt nicht darauf an, mit neuen Verträgen Geld zu verlieren. Angesichts der Tatsache, dass viele dieser Deals jedoch ziemlich anspruchsvoll sind und einen innovativen Charakter haben, wird es für T-Systems allerdings herausfordernd werden, die Rentabilität wie geplant beizubehalten oder noch zu steigern. Die Skalierbarkeit des operativen Modells wird sicherlich ausgereizt werden und an ihre Grenzen geraten, und in diesem Zusammenhang muss T-Systems auch weiterhin die Motivation der Mitarbeiter im Blick behalten und stärken, damit die Servicequalität nicht leidet.

Die IDC-Analysten stellen wegen der schlechten Q4-Ergebnisse die Strategie von T-Systems, wie sie auf einer Analystenveranstaltung im November 2009 dargelegt wurde, nicht in Frage: T-Systems setzt auf Dynamic Services (cloud-basierte, virtualisierte Services), ein standardisiertes und modulares Portfolio und konzentriert sich auf ICT-Themen, die T-Systems unter der Dachmessage „Enabler of Connected Life and Work“ kommuniziert.

Die jüngsten Ergebnisse zeigen allerdings, dass Zeit notwendig ist, um ein Unternehmen wie T-Systems auf einen neuen Kurs zu bringen. Die Deutsche Telekom hat mit T-Systems sehr viel Geduld bewiesen und wird sich wohl auch weiterhin in Geduld üben, wenn bessere Ergebnisse erzielt werden. T-Systems ist gut positioniert und hat ein hohes Potenzial, auch wenn das Unternehmen im Jahr 2010 weiterhin den Fokus auf die Umsetzung des neuen Konzeptes setzen sollte.

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