Interview

Suchmaschinen für eGovernment – alle Informationen aus einer Hand

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Viele PC-Nutzer beklagen eine Aufweichung des Datenschutzes, der durch Suchmaschinen entstehen kann. Wo sehen Sie hier die größten Gefahren und betrifft dieses Risiko mehr die Bürger oder mehr die Verwaltungen?

Mayer: Jede Suchmaschine kann nur finden, was irgendjemand oder der Nutzer selbst in das Internet gestellt hat. Deshalb sollte man sehr vorsichtig damit umgehen, welche Daten man in das Internet stellt. Es ist auch schon lange bekannt, dass über Suchmaschinen und diverse angeschlossene Dienste das Such- und Klickverhalten der Nutzer umfassend protokolliert werden kann. Doch was mit diesen Daten geschieht, entzieht sich der Kontrolle der Anwender.

Vergleichbares gilt für die Verwaltungen. Den eigenen Datenbestand Dritten anzuvertrauen, würde bedeuten, sich einer Black Box auszuliefern, über die man nicht die geringste Kontrolle hat. Das wollen wir nicht. Jeder Nutzer der Bayern-Suche soll wissen, dass der Datenschutz hier absolute Priorität genießt. Die Gefahren eines gläsernen, völlig transparenten Bürgers gehen von anderen Möglichkeiten des Web 2.0 aus.

Welche Forderungen ergeben sich aus Ihrer Einstellung für den Einsatz von entsprechenden Programmen in anderen Verwaltungsebenen – etwa auf der Bundes- oder Kommunalebene?

Mayer: Grundsätzlich ist jede Verwaltungsebene für ihren Bereich selbst verantwortlich. Letztlich geht es um die Sicherheit der Anwendungen im Hinblick auf den Schutz der Nutzer. Hier gibt es viele Wege und Möglichkeiten, dem Rechnung zu tragen. Der bayerische Weg, mithilfe eines deutschen Unternehmens eine weiterentwickelte Technologie einzusetzen und diese selbst zu betreiben, ist sicherlich eine gute Entscheidung, die all unsere Forderungen erfüllt hat. Gleichwohl sind auch andere Lösungen denkbar, etwa aus dem Open-Source-Bereich.

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