Interview

Suchmaschinen für eGovernment – alle Informationen aus einer Hand

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Welche Vorteile bietet diese Vorgehensweise?

Mayer: Natürlich wäre es möglich gewesen, mit den weit verbreiteten Suchmaschinen einen Index über alle unsere Angebote aufzubauen. Damit hätten wir uns aber genau die Probleme eingehandelt, vor denen jeder Nutzer etablierter Suchmaschinen steht: unübersichtliche Trefferlisten mit einem intransparenten Ranking. Unser Ziel war es aber, eben dieses zu vermeiden und das Internetangebot der Öffentlichen Hand nutzerfreundlich aufzubereiten – für Bürger, Unternehmer und später auch für die Verwaltung selbst.

Ob Informationen zur Müllabfuhr, zu Geburtsurkunden oder zur Feinstaubbelastung gesucht werden:Alle relevanten Internetseiten aus den Angeboten der bayerischen Verwaltung findet der User eingeordnet – und zwar weitgehend automatisch – in die dazu gehörigen Rubriken und Lebenslagen. So kann der Nutzer intuitiv durch den Katalog der Lebenslagen navigieren, um auf die konkreten Problem- und Fragestellungen, die ihn gerade beschäftigen, Antworten zu erhalten.

Die Suchmaschine des bayerischen Portals setzt somit auf die inhaltliche Segmentierung und auf die Eingrenzung des Suchraumes auf den öffentlichen Bereich. Wir kategorisieren die Treffer dabei aber nicht nur nach dem Lebenslagenprinzip, sondern bieten drüber hinaus auch noch übergeordnete Rubriken an, die zum Beispiel Rechtsgrundlagen, Formulare oder auch passende Online-Dienste enthalten. Dadurch vermeiden wir umständliches Blättern in langen Trefferlisten.

Gerade für den Bereich eGovernment stellt aus unserer Sicht eine derartige intelligente Suchmaschine eine sehr gute Möglichkeit dar, das heterogene Informations- und Serviceangebot – das unter anderem aus den Web-Seiten der verschiedenen Ressorts, Spezialdatenbanken (etwa der Datenbank Bayern-Recht) sowie dem Behördenwegweiser besteht – über eine einheitliche, einfach zu bedienende Schnittstelle dem Bürger zugänglich zu machen und nach Themen zu ordnen.

Was trägt die von Bayern eingesetzte Suchmaschine zum Datenschutz der Bürger und der Verwaltung bei?

Mayer: Die Bayern-Suche wird nicht außer Haus betrieben, sondern bei uns im Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Damit ist gewährleistet, dass keine Daten auf fremden Rechnern landen. Ferner ist der Datenschutz gesichert, da wir keine personenbezogenen Daten sammeln und speichern. Die Nutzer können sicher sein, dass ihre Anfragen absolut anonym behandelt werden und die Treffer viren- und trojanerfrei zurückgeliefert werden.

Außerdem, und das ist ebenso wichtig: Die Suchfunktionalitäten des Bayern-Portals sind nicht kommerziell unterfüttert. Es werden also keinerlei Daten über das Nutzerverhalten gesammelt, um etwa die Einblendung von bezahlten Anzeigen zu steuern. Genauso wenig wird das Ranking – also die Reihenfolge der Trefferausgabe – durch kommerzielle Interessen beeinflusst, sondern nur durch selbst definierte Relevanzalgorithmen.

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