Digitale Bezahlverfahren in Kommunen Studie zeigt Potenzial für ePayment auf

Von Nicola Hauptmann

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Von A wie „Antrag“ bis Z wie „Zahlung“: Verwaltungsleistungen sind oft mit Gebühren verbunden, die Digitalisierung dieser Leistungen sollte also auch Online-Zahlungsoptionen umfassen. Eine aktuelle Studie hat untersucht, wie die Kommunen mit der Entwicklung solcher ePayment-Angebote vorankommen.

ePayment in der kommunalen Verwaltung ist zeitsparend  – nicht nur für die Bürger, auch für die Kommunen
ePayment in der kommunalen Verwaltung ist zeitsparend – nicht nur für die Bürger, auch für die Kommunen
(© © Dragana Gordic – stock.adobe.com)

Online-Payment oder ePayment ist in vielen Lebensbereichen bereits selbstverständlich. Wie aber sieht es damit bei den kommunalen Verwaltungen aus? Anwendungsfälle gibt es auch hier reichlich: Die aktuelle Studie „E-Payment und kommunales Finanzmanagement“ von S-Public Services, Visa und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund geht davon aus, dass im Schnitt zwei Drittel aller Kontakte mit kommunalen Verwaltungen mit Gebühren verknüpft sind. Bei Online-Zahlungen ist aber noch deutlich Luft nach oben, wie die Erhebungen zeigen. So geben zwar 81 Prozent der befragten Kommunen an, digitale Bezahlverfahren für mindestens ein Fachverfahren bereits zu nutzen. Doch der Anteil der Einnahmen durch ePayment an den Gesamteinnahmen dürfte sich laut den Autoren der Studie im unteren einstelligen Prozentbereich bewegen.

Nicht die Gemeindegröße, sondern die Zahl der Fachverfahren ist entscheidend

Im Rahmen der Studie fallen die Angaben zu jährlichen Einnahmen aus digitalen Bezahlverfahren sehr unterschiedlich aus: In 46 Prozent der befragten Kommunen liegen diese Einnahmen unterhalb der 100.000-Euro-Grenze, 9 Prozent verzeichnen gar keine Einnahmen. Etwa ein Viertel kann keine Angaben machen. Eine Minderheit von 9 Prozent aber nimmt mehr als 3 Millionen Euro jährlich durch digitalisierte Bezahlverfahren ein. Und dabei handelt es sich durchaus nicht nur um größere Städte, auch kleinere kleinere Gemeinden mit bis zu 25.000 Einwohnern gehören dazu. Laut der Studie besteht „kein zwingender Zusammenhang zwischen der Größe der Gemeinde und den jährlichen Einnahmen durch ePayment“. Ausschlaggebend scheine also weniger die Größe, sondern eher die Zahl der angeschlossenen Fachverfahren zu sein, schlussfolgern die Autoren.

Dass es mit eben dieser Anbindung von Fachverfahren und somit auch der Umsetzung von ePayment nicht schneller vorangeht, führen die Studienteilnehmer auf verschiedene Faktoren zurück. Dazu gehören langsame Prozesse in den kommunalen Rechenzentren, zu komplexe Verfahren, aber auch fehlende Akzeptanz bei den Mitarbeitenden sowie mangelnde interne Kompetenzen.

Gleichzeitig formulieren die Befragten klare Anforderungen an ePayment-Systeme. Ganz vorn auf der Liste: Zahlungseingangsgarantie, Bürgerakzeptanz und Benutzerfreundlichkeit für die Bürger sowie geringer Verwaltungsaufwand. Für die praktische Umsetzung nutzen die Kommunen am häufigsten Giropay/Paydirekt, die Hälfte der befragten Kommunen setzt Lastschriftverfahren ein.

Schneller werden durch Automatisierung

Chancen für ePayment sehen die Studienteilnehmer vor allem in der kostengünstigen und vereinfachten Verarbeitung von Massenverfahren, weniger bei individualisierten Verwaltungsleistungen. Häufige Einsatzfelder finden sich im Bereich Familie und Kind (Eheschließungen, Kinderbetreuung), aber auch bei Bußgeldern, Gewerbeanmeldungen oder Führungszeugnissen.

Automatisierungspotenzial besteht laut der Studie vor allem bei größeren Kommunen ab 75.000 Einwohnern, da diese häufiger über 100 Arbeitsstunden monatlich für das Management von Bargeld und Überweisungen aufwenden müssten.

Hintergrund zur Studie

Die gemeinsame Studie „E-Payment und kommunales Finanzmanagement“ der S-Public Services, Visa und des Deutschen Städte- und Gemeindebunds wurde durchgeführt vom Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e. V. in Leipzig.
Erhebungszeitpunkt: zwischen 01. April und 30. April 2022
Für die Studie wurden alle deutschen Gemeinden und Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern – insgesamt 691 Städte – mit Hilfe eines strukturierten Fragebogens online befragt. 149 Kommunen haben an der Studie teilgenommen, einige davon haben den Fragebogen selektiv ausgefüllt.
Der Rücklauf von 21,6 Prozent ermögliche eine differenzierte Auswertung und eine gute Verallgemeinerungsfähigkeit der Erhebungsergebnisse, so die Studienautoren.
Im zweiten Teil der Studie werden die Themen Kommunalfinanzierung und Zinsmanagement betrachtet.

Zur Studie

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