Echtzeitdaten zur Netzauslastung

Stromsensor übermittelt Messungen verschlüsselt

| Redakteur: Ira Zahorsky

Dank Installations-App benötigt der Monteur des Netzbetreibers maximal 60 Minuten, um eine Ortsnetzstation mit den „SMIGHT Grid“ Sensoren und einem Gateway auszustatten.
Dank Installations-App benötigt der Monteur des Netzbetreibers maximal 60 Minuten, um eine Ortsnetzstation mit den „SMIGHT Grid“ Sensoren und einem Gateway auszustatten. (Bild: SMIGHT/Uli Deck)

Informationen über die tatsächliche Auslastung der Strom-Verteilnetze werden für Netzbetreiber immer wichtiger. Denn sie sind Grundlage für einen effizienten und vorausschauenden Netzausbau. Deshalb stattet die Netze BW 550 Ortsnetzstationen mit dem Stromsensor des EnBW Start-ups SMIGHT aus.

Die „letzte Meile“ bei den Stromnetzen liegt zwischen den Ortsnetzstationen an der Straße und den einzelnen Haushalten. Viele Haushalte speisen mittlerweile selbst Energie in die Netze ein. Gleichzeitig entwickelt sich die Elektromobilität immer mehr zu einem neuen Großverbraucher. „Die Zahl an eAutos wird zunehmen. Als Netzbetreiber ist es unsere Aufgabe, dieser Entwicklung einen Schritt voraus zu sein und abzusehen, wo und mit welchen Maßnahmen wir unser Netz ausbauen und intelligenter machen müssen“, sagt Hendrik Adolphi, bei der Netze BW verantwortlich für das Technische Anlagenmanagement Strom/Gas. Deshalb werden in den nächsten Wochen 550 Ortsnetzstationen in Baden-Württemberg mit Stromsensoren ausgestattet. Dadurch entstehen rund 18.000 digitale Messpunkte, die viertelstündlich Daten erfassen und übertragen.

Der Stromsensor des EnBW Start-ups SMIGHT misst die jeweilige Stromstärke an den einzelnen Abgängen – also den Kabeln, über die der Strom von der Ortsnetzstation zu den Haushalten transportiert wird – und überträgt diese verschlüsselt in Echtzeit über das Mobilfunknetz an SMIGHT. Dort werden die Daten auf einer IoT-Plattform gespeichert, ausgewertet und dem Netzbetreiber anschließend in einem Web-Portal zur Verfügung gestellt.

Stromsensor schließt vorhandene Datenlücke

Klassische Ortsnetzstationen besitzen zwar selbst eine Messeinheit, den so genannten Schleppzeiger, dieser zeigt aber nur den höchstgemessenen Gesamtverbrauch einer Station an. Zudem wird dieser meist nur alle vier Jahre von den Netzbetreibern manuell abgelesen. Der Stromsensor hingegen misst die Stromstärke an den einzelnen Abgängen und liefert so detaillierte Informationen, wann in welchem Straßenzug wie viel Strom gesamtheitlich verbraucht wird.

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