Dataport

Strategisches Vorgehen beim Aufbau einer eGovernment-Plattform

17.12.2006 | Autor / Redakteur: Jörg Krüger, Uwe Störmer / Gerald Viola

Gemeinsame Lösungsprojekte

Die Nordländer errichten die Plattform sukzessiv und bedarfsgerecht. In beiden Ländern existieren bereits Infrastrukturen, die nicht immer austauschbar sind. Darüber hinaus ist der Aufbau in einem Stück wegen der knappen Haushaltsmittel nicht möglich. Auch ist die IT-Welt zu dynamisch, als dass ein so komplexes Projekt an einem Stück zu realisieren wäre. Hamburg und Schleswig Holstein haben sich daher entschlossen, die Infrastrukturen mittels sogenannter Lösungsprojekte umzusetzen.

Auf Basis dieser Projekte (beispielsweise Clearingstelle) werden die Anforderungen ermittelt und dem tatsächlichen Bedarf gemäß auf- oder ausgebaut. Auf diese Weise wächst die Plattform und zukünftige Projekte können die vorhandenen Bausteine mitnutzen oder müssen nur noch das aufbauen, was zusätzlich erforderlich ist.

Dataport

Gemeinsame Infrastrukturen und der gemeinsame wirtschaftliche Betrieb, erfordern einen gemeinsamen Dienstleister. Hamburg und Schleswig-Holstein haben Dataport zum Januar 2004 gegründet. Dataport ist aus der DZ-SH, dem LIT und der IuK-Stelle des Senatsamtes für Bezirksangelegenheiten, den bisherigen individuellen IT-Dienstleistern, hervorgegangen.

Im Jahr 2006 haben sich die Länder Bremen und Mecklenburg-Vorpommern an Dataport beteiligt. Hier stand der gemeinsame Rechenzentrumsbetrieb für den EOSS-Steuerverbund im Vordergrund.

Ausdehnung der Zusammenarbeit mit Bremen

Während Mecklenburg-Vorpommern die Zusammenarbeit zunächst auf den Steuerverbund fokussiert, plant Bremen die Zusammenarbeit umfangreicher. Dataport eröffnet 2007 in Bremen eine weitere Zweigstelle. Aktuell wird geprüft, welche Aufgaben und in welchem Umfang Bremen diese auf Dataport überträgt. Die Ländervertreter treffen sich monatlich, um die aktuellen Projekte und Aktivitäten zu besprechen und abzustimmen.

Quo vadis Dataport

Ob und wie eine überregionale Kooperation auch über große Entfernungen funktioniert, könnte sich zukünftig in einer Kooperation mit Hessen zeigen. Im Laufe der nächsten Monate prüfen die Eigner von Dataport, ob eine Fusion von Dataport und der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung (HZD) sinnvoll, möglich und wirtschaftlich ist.

Alles in allem

Länderübergreifende Kooperationen sind in vielen Bereichen schwierig. Zu unterschiedlich sind in der Regel Vergangenheit, bestehende Infrastrukturen und Ziele. Darüber hinaus fordern Kooperationen von den betroffenen Menschen ein hohes Maß an Flexibilität, die Übernahme zusätzlicher Aufgaben und das Zurückstellen eigener Gewohnheiten und Bedürfnisse.

Die Chancen, die Kooperationen für medienbrucharme, schnelle und wirtschaftliche Verwaltungsvorgänge bieten, überwiegen nach unserer Überzeugung die Risiken jedoch bei Weitem.

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