eGovernment in Mecklenburg-Vorpommern

| Redakteur: Manfred Klein

Das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern übernimmt die Richtlinienkompetenz für eGovernment
Das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern übernimmt die Richtlinienkompetenz für eGovernment (Foto: Ministerium für Inneres und Sport Mecklenburg-Vorpommern)

Mecklenburg-Vorpommern ist eines der am dünnsten besiedelten Bundesländer. Und der demografische Wandel verstärkt sich. Das hat Folgen: Die Öffentliche Verwaltung muss neue Wege gehen, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. eGovernment wird da schnell zum Königsweg. Doch mit der bloßen „Elektronifizierung“ ist es nicht getan.

Staatssekretär Thomas Lenz, IT-Beauftragter in Mecklenburg-Vorpommern
Staatssekretär Thomas Lenz, IT-Beauftragter in Mecklenburg-Vorpommern (Foto: Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern)

Für den Erfolg sind vor allem die Einbindung der Kommunen und das richtige strategische Konzept entscheidend. eGovernment Computing sprach mit dem Landes-CIO, Staatssekretär Thomas Lenz, über die Details des neuen eGovernment-Masterplans

Herr Lenz, beinahe unbemerkt von der Öffentlichkeit hat das Land Mecklenburg-Vorpommern vergangenes Jahr eine umfassende eGovernment-Strategie verabschiedet. Welches sind die wesentliche­n Inhalte der Strategie? In welchen Punkten unterscheidet sich das Dokument von seinem Vorgänger?

Lenz: Kurz vor der Sommerpause im vergangenen Jahr hat das Ministerium für Inneres und Sport die neue eGovernment-Strategie des Landes Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht. In dieser wird zu den aktuellen strategischen Fragen des elektronischen Regierungshandelns und zu dem bisher erreichten Stand der eGovernmentvorhaben Stellung genommen sowie ein Ausblick bis zum Jahr 2015 gegeben. Während der Schwerpunkt in der Vergangenheit im Aufbau der eGovernment-Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern lag, spielen heute die zunehmende Verzahnung mit der Verwaltungsmodernisierung und die Weiterentwicklung der IT-Organisation eine wesentliche Rolle.

Es stehen somit nicht mehr isolierte Projekte im Fokus, sondern es steht vielmehr das Zusammenspiel der verschiedensten Komponenten und Beteiligten im Vordergrund. Neben den vielen signifikanten Unterschieden ist jedoch ein wesentliches gemeinsames Element in beiden Masterplänen die strategische Zusammenarbeit mit den Kommunen, welche seit 2003 kontinuierlich ausgebaut worden ist. Sichtbares Zeichen der erfolgreichen Zusammenarbeit ist das gemeinsame Büro Kooperatives eGovernment.

Neben diesen kooperativen Ansätzen der Zusammenarbeit mit den Kommunalverwaltungen und der Wirtschaft ist eine enge Bindung an die vom IT-Planungsrat beschlossene Nationale eGovernment-Strategie ein weiteres prägendes Element der Landesstrategie. So sind die künftigen Arbeitsschwerpunkte in den Handlungsempfehlungen des eGov­ernment-Masterplans entsprechend der Zielsetzungen der Nationalen eGovernment-Strategie gesetzt worden. Die Handlungsempfehlungen zeigen die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen auf, die künftig einen starken Einfluss auf die Landesverwaltung haben werden.

Welche Ziele konnten inzwischen erreicht werden und wo gibt es noch Probleme?

Lenz: Der aktuelle Masterplan enthält eine Rückschau auf das bisher Erreichte. Von den ursprünglich 75 Projektideen sind 24 Projekte erfolgreich umgesetzt worden. Bei den anderen ist aus fachlichen oder wirtschaftlichen Gründen von einer Umsetzung Abstand genommen worden. Zu den erfolgreich umgesetzten Projekten gehören beispielsweise das moderne Dokumentemanagement- und Vorgangsbearbeitungssystem der Ministerien sowie landesweit wirkende Großprojekte, wie etwa ein zentrales Personalmanagementsystem und ein einheitliches fortschrittliches IP-Telefoniesystem. Eine Heraus­forderung für die Zukunft stellt sich mit der steigenden Durchdringung der Verwaltung mit einer immer komplexer werdenden Informationstechnik. Hierdurch steigen die Anforderungen an das Personal nicht nur im IT-Bereich, sondern auch bei den Endanwendern. Im Zusammenhang mit dem weiter abzubauenden Personal und dem gleichzeitig im Durchschnitt immer älter werdenden Mitarbeitern sehe ich es als eine besondere Herausforderung an, diese Technik für die Anwender beherrschbar zu gestalten.

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