Höhere Speicherkapazitäten nötig

Storage im Umbruch – aktuelle Trends

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Susanne Ehneß

„Eventual Consistency"

Dr. Axel Köster ist Chef-Technologe für Speichersysteme im IBM EMEA Storage Competence Center in Mainz. Er ist zertifizierter Executive IT-Spezialist, IBM-Trainer und Dozent an verschiedenen deutschen Hochschulen.
Dr. Axel Köster ist Chef-Technologe für Speichersysteme im IBM EMEA Storage Competence Center in Mainz. Er ist zertifizierter Executive IT-Spezialist, IBM-Trainer und Dozent an verschiedenen deutschen Hochschulen. (Bild: IBM)

Die einmalige Speicherung von Objekten macht synchrone Techniken wie Dateisperrungen überflüssig und ermöglicht höhere Latenzen und größere Reichweiten. Viele Cloud-Dienste sowie Sync & Share-Clients arbeiten bereits so. Objekte werden meist repliziert, entweder als Sicherung oder zur Synchronisation zwischen – meist mobilen – Geräten. Manche dieser Replikate sind vielleicht nicht superaktuell, aber das ist für viele Benutzer akzeptabel. Inakzeptabel wäre die lange Wartezeit auf Replikate.

Dieses neue Paradigma trägt die Bezeichnung „Eventual consistency“. Es ist das genaue Gegenteil zur Transaktionsdatenverarbeitung. Beispiele: Während die Version eines Kontostands, der nicht aktuell ist, inakzeptabel erscheint, erfüllt ein nicht ganz so aktueller Web-Index durchaus seine Aufgabe. Die etwas verspätete Version einer statistischen Verhaltensanalyse, wie sie etwa bei der Kaufempfehlung in einem Webshop („Andere Kunden interessierten sich auch noch für diese Produkte“) auftaucht, ist akzeptabel, solange der Nutzer noch auf der Site surft.

„Eventual Consistency“ bedeutet soviel wie: „Am Ende des Tages sind die Versionen dieser Daten übereinstimmend“. Wer dieses Prinzip umsetzt, kann die Infrastruktur seines Rechenzentrums erheblich vereinfachen.

Denn da es keine Notwendigkeit für Synchronisationsaufgaben und keinen Bedarf an geringer Latenzzeit oder gar für Two-phase Commits (wie bei Transaktionen) gibt, besteht die einzige Notwendigkeit darin, möglichst hohe Skalierbarkeit sicherzustellen.

Software-defined Storage

Hier gibt es nach Ansicht von Axel Köster derzeit zwei beobachtbare Wege:

  • 1. Um etwa als Managed Service Provider bestimmte SLAs einzuhalten, greift ein Anbieter auf die entsprechend ausgestattete Storage-Hardware eines Herstellers zurück.
  • 2. Oder man nutzt nur diejenige Software, die man auf einer Hersteller-Disk bekommt und wendet sie auf die eigene Storage-Hardware an.

Das setzt allerdings entsprechende Fachkenntnisse voraus. Solch eine Software ist beispielsweise IBM Spectrum Accelerate, welches auch als fertiges Hardwareprodukt namens XIV Storage System (Grid-Speicherbox), dann mit maximal 15 Servern, zu haben ist.

Speichernetzwerke

Je schneller die Medien für Stor­age werden, desto größer wird der Bedarf an geringer Latenz in Netzwerken, bis schließlich die Lichtgeschwindigkeit das Limit darstellt. Ethernet-LAN als Speichernetzwerk mit iSCSI- oder FCoE-Protokollen können nur durchschnittliche Latenzzeiten gewährleisten.

Fibre Channel SANs werden laut Köster vorherrschen. Serialized SCSI (SAS), Infiniband und PCIe ermöglichen bereits, verborgen vorm Nutzer, die schnellsten internen Bus-Geschwindigkeiten in geclusterten Storage Arrays. „Die Gesamtleistung des geclusterten IBM XIV Storage System wurde mehr als verdoppelt, als das interne Ethernet-Grid durch Infiniband ersetzt wurde, denn so wurden Latenzbarrieren beseitigt.“

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