Studie des Weltzukunftsrats zum 5G-Ausbau Steigender Energieverbrauch und zweifelhafte Datensicherheit

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Eine Studie des World Future Council, einer in Hamburg ansässigen Stiftung, kommt zu dem Schluss, dass durch die Einführung von 5G der weltweite Energieverbrauch steigen wird. Problematisch seien insbesondere die vielen energieintensiven Anwendungen, die mit 5G möglich werden.

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Die Erreichung der Pariser Klimaziele wird durch den 5G-Ausbau weiter erschwert.
Die Erreichung der Pariser Klimaziele wird durch den 5G-Ausbau weiter erschwert.
(© May_Chanikran – stock.adobe.com)

Schon jetzt, so der World Future Council, werden rund vier Prozent der globalen Elektrizitätserzeugung für die Nutzung des Internets verwendet. Obwohl der Energieverbrauch bei 5G pro übertragener Dateneinheit im Vergleich mit 4G etwas niedriger liege, müsse aufgrund der stark anwachsenden Datenmengen insgesamt mit einem deutlichen Anstieg gerechnet werden.

„Dieser Rebound-Effekt ist bei 5G quasi schon eingebaut, denn der Hauptgrund für die 5G-Einführung liegt eben in der Verwendung neuer Anwendungen, die einen hohen Datenverkehr und entsprechend hohe Stromverbräuche haben“, so Dr. Matthias Kroll, Ökonom und Autor der Studie „Die Auswirkungen des 5G-Netz-Ausbaus auf Energieverbrauch, Klimaschutz und die Einführung weiterer Überwachungstechniken“.

Weiterhin werde in der Studie erörtert, dass die technischen Möglichkeiten zur Überwachung mit dem Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung in Konflikt geraten könnten, denn die mit 5G möglichen hohen Übertragungsraten bei sehr geringer Latenzzeit könnten die notwendigen Datenmengen für eine flächendeckende Überwachung durch Gesichtserkennungssysteme liefern. Ebenso ermöglichten die erheblich größeren Datenmengen eine noch genauere räumliche Kontrolle, vor allem durch die kleinteiligere Aufteilung der Sendeanlagen und die positionsgenaue Ausrichtung der neuen 5G-Antennen.

„Wir brauchen einen ergebnisoffenen Dialog zwischen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft“, fordert Kroll. „Die Folgen für die Gesellschaft und den Klimawandel sind weitreichend. Dem wurde nicht genug Beachtung geschenkt. Wir müssen die Einführung der neuen Technik in einem demokratischen Prozess erörtern. Dieser fand bisher kaum statt und sollte dringend nachgeholt werden.“

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