Digitalisierungstrategie „digital@bw“

Startschuss für zwei neue digitale Qualifizierungsprojekte

| Redakteur: Manfred Klein

Start-Ups im Bereich IT-Sicherheit fördern

„Mehr als 100 Länder waren von dem Cyberangriff ‚Wannacry‘ betroffen – ein bislang beispielloser Fall. Er hat gezeigt, wie verwundbar wir in einer vernetzten Welt sind und welche Gefahren von Cyberangriffen zunehmend ausgehen. Deshalb setzen wir alles daran, dass gerade Unternehmen, die die Cybersicherheit zu ihrem Geschäftsmodell machen, auch schnell zur Marktreife kommen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Beim CyberForum in Karlsruhe gehe deshalb jetzt auch das Programm IT Security LAB an den Start, das Start-Ups das nötige Rüstzeug an die Hand gibt, um sich im Bereich der IT-Sicherheit erfolgreich am Markt zu etablieren. In dem Programm durchlaufen Start-Ups beispielsweise in sechs bis acht Wochen entsprechende Qualifizierungsmodule zur schnelleren Unternehmensentwicklung. Pro Jahr sollen auf diese Weise rund zehn Gründungsvorhaben mit insgesamt rund 30 Gründern betreut werden. Begleitet werden die Gründerinnen und Gründer dabei von erfolgreichen IT-Sicherheitsunternehmern aus dem Netzwerk des CyberForum, die das Programm als ehrenamtliche Mentoren begleiten.

Jedes Gründerteam bekommt durch das CyberForum auch noch eine entsprechende Beratung zur besten Finanzierungsform. Dazu analysiert das CyberForum zum Beispiel mit jedem Gründerteam, welche Finanzierungsformen für sein Vorhaben am besten geeignet sind – etwa Bankenfinanzierung oder Risikokapital. Geschäftsvorhaben mit Aussicht auf Risikokapital werden auf vier Veranstaltungen pro Jahr dem Investorenkreis des CyberForum vorgestellt. Geschäftsvorhaben, die für Risikokapital ungeeignet sind, vermittelt das CyberForum an relevante Förderprogramme. Das Land fördert das IT Security LAB mit rund 300.000 Euro.

Laut einer aktuellen Bitkom-Studie sind über die Hälfte der Unternehmen in Deutschland in den vergangenen beiden Jahren Opfer von Cyberangriffen geworden; nur vier von zehn Unternehmen waren darauf allerdings vorbereitet. „Der IT-Sicherheitsmarkt ist derzeit noch stark ausbaufähig. Wir müssen alles daran setzen, dass Unternehmen das Thema Cybersicherheit ganz oben auf die Agenda setzen. Wir fördern aber gerade auch Unternehmensgründungen im Bereich der IT-Sicherheit“, unterstrich Minister Thomas Strobl den Vorstoß.

Das CyberForum e.V. mit Sitz in Karlsruhe ist mit über 1.200 Mitgliedern das größte regional aktive Hightech-Unternehmernetzwerk in Europa. Vom Startup und der Softwareschmiede über den erfahrenen Unternehmer und internationalen Informationstechnologie-Anbieter bis hin zu Forschungseinrichtungen und Universitäten – das CyberForum bringt alle Akteure zusammen. Es bildet eine Netzwerkplattform und unterstützt Unternehmen aus der IT- und Hightech-Branche in allen Phasen der Unternehmensentwicklung – von der Startup-Beratung, über die Fachkräftevermittlung bis hin zu Standortmarketing-Kampagnen.

265 Millionen Euro für Digitalisierungsstrategie „digital@bw“

Die Digitalisierung ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt der Landesregierung. Dazu hat sie eine Investitionsoffensive gestartet: Rund eine Milliarde Euro werden in dieser Legislatur in die Digitalisierung investiert, rund die Hälfte davon fließt in den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Erstmals werden alle Vorhaben auch unter dem Dach des Digitalisierungsministeriums koordiniert und gebündelt.

Mit „digital@bw“ wurde im Sommer 2017 die erste, landesweite und ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie vorgestellt. In den kommenden zwei Jahren werden dazu rund 70 ganz konkrete Projekte mit einem Volumen von 265 Millionen Euro umgesetzt, um Baden-Württemberg als Leitregion des Digitalen Wandels in Europa zu verankern.

Schwerpunkte von „digital@bw“ sind die Bereiche: Intelligente Mobilität der Zukunft, digitale Start-Ups, Wirtschaft 4.0, Bildung und Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung, digitale Gesundheitsanwendungen sowie digitale Zukunftskommunen und Verwaltung 4.0. Dazu kommen die Querschnittsbereiche Forschung, Entwicklung und Innovation, Nachhaltigkeit und Energiewende, Datensicherheit, Datenschutz und Verbraucherschutz.

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