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Zusammenarbeit von IBM und Techniker Krankenkasse

Startschuss für die Gesundheitsakte

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Volker Mielke, Projektleiter elektronische Gesundheitsakte bei IBM
Volker Mielke, Projektleiter elektronische Gesundheitsakte bei IBM
(© IBM)

Ist der Zugriff durch die Patienten ausschließlich via Smartphone-App möglich?

Mielke: Aktuell ist der Zugang nur über die App auf einem mobilen Device möglich, für die Zukunft ist zusätzlich ein Web-Zugang angedacht.

Wie kommen Ärzte an für sie relevante Daten?

Mielke: Nutzer können heute vom Krankenhaus bereitgestellte Daten, z. B. aktuell den so genannten „Entlassbrief“, digital abholen und mit wenigen Klicks in ihre persönliche elektronische Gesundheitsakte überführen. Diese Funktion ist aktuell bereits mit den Agaplesion Kliniken umgesetzt. In der Weiterentwicklung wird der Nutzer entscheiden, welche Daten er seinem Arzt zur Übernahme bereitstellt und dieser wiederum selektiert, welche Daten er zur Übernahme benötigt.

Wie gelangen neue Gesundheitsdaten in die Akte? Müssen Ärzte und Krankenhäuser jetzt „doppelt“ – in der Akte und in ihrer eigenen Software – ablegen?

Mielke: Unser Ziel ist es, dass der Leistungserbringer weiterhin in seiner bekannten Software-Umgebung arbeitet, und die aktuelle Implementierung realisiert dies auch. Die Integration findet für den Arzt im Hintergrund, aber in seinem Hoheitsbereich, statt. Leistungserbringer sollen nicht doppelt arbeiten, ganz im Gegenteil: Die Leistungserbringer sollen durch die elektronische Gesundheitsakte Prozesserleichterungen erfahren und in Zukunft auch auf sie zugeschnittene Dienste.

Haben Sie mit „TK-Safe“ die Anforderungen aus dem E-Health-Gesetz sogar übererfüllt?

Mielke: Uns ist wichtig, dass wir die Anforderungen aus dem E-Health-Gesetz erfüllen. „Übererfüllen“ ist eine Wertung, die wir anderen überlassen. Aber natürlich stehen Datensicherheit und Datenschutz ganz im Zentrum, diese stellen wichtige Akzeptanzkriterien für die Nutzer dar. Datensicherheitsanforderungen haben daher einen zentralen Stellenwert bei der Entwicklung der elektronischen Gesundheitsakte eingenommen, mit dem Ergebnis, dass der Zugriff mittels 2-Faktoren-Authentifizierung und einem separaten elektronischen Schlüssel zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung dreifach gesichert sein wird – von den weiteren Schutzmaßnahmen mal abgesehen.

Wir sind der Meinung, dass in einer Welt, in der Daten in praktisch allen Lebensbereichen eine zentrale Rolle spielen, klare Prinzipien und Regeln gelten müssen, mit denen die Rechte derjenigen geschützt werden, die diese Daten besitzen und nutzen. Als IBM haben wir hier sehr eindeutige Positionen: Die Daten gehören immer dem Nutzer selbst, wir nehmen das Thema „Datensparsamkeit“ sehr ernst und fühlen uns verpflichtet, die Daten unserer Kunden zu schützen – ein Grundsatz, der in einer datengetriebenen Welt absolut selbstverständlich sein sollte.

Welche Lösung wird es für jene Patienten geben, die die elektronische Gesundheitsakte nicht wollen oder kein Smartphone besitzen?

Mielke: Die elektronische Gesundheitsakte ist ein freiwilliger, zusätzlicher und kostenloser Service für Versicherte. Gesundheitsdaten sind äußerst sensible und schützenswerte Informationen, daher sind datenschutzrechtliche Grundbedingungen wie die Freiwilligkeit der Teilnahme oder die Datenhoheit des Versicherten der Maßstab für alle Beteiligten.

Für Versicherte es gibt keinerlei Verpflichtung zur elektronischen Gesundheitsakte, sie registrieren sich aktiv für die Nutzung. Für die Zukunft ist zusätzlich zur Smartphone-App auch eine Web-Version geplant, auch um die etwaige Barrieren zu reduzieren und neue Dienste bzw. Varianten bestehender Dienste nutzergerecht anzubieten.

Auf der nächsten Seite: Daten-Grundstock für den Anfang & Schnittstelle zum Arzt.

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