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Sichere Kommunikation im eGovernemnt Startschuss für De-Mail – die Testphase beginnt

| Redakteur: Manfred Klein

Dr. Hans Bernhard Beus, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, hat auf einer Pressekonferenz in Berlin den morgigen Beginn der Pilotierung von De-Mail in Friedrichshafen angekündigt.

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Die Pilotphase zur De-Mail beginnt
Die Pilotphase zur De-Mail beginnt
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit der De-Mail soll Bürgern, Unternehmen und Verwaltung eine einfach zu nutzende Technologie angeboten werden, um sicher, rechtsverbindlich und vertraulich im Internet miteinander kommunizieren zu können.

Die Rahmenbedingungen für die sichere und vertrauliche Kommunikation im Internet – und damit für mehr Selbstbestimmung in der Informationsgesellschaft – sollen dabei vom Staat bestimmt werden. Die Umsetzung von De-Mail in Form konkreter Produkte oder Dienste erfolgt durch interessierte Unternehmen, die sich an diesen Rahmen halten. Auf diese Weise entsteht mit De-Mail eine flächendeckende und gleichzeitig wettbewerbsfreundliche Infrastruktur für sichere elektronische Kommunikation, die voraussichtlich ab dem kommenden Jahr bundesweit genutzt werden kann.

An der Entwicklung von De-Mail beteiligen sich bislang vier Unternehmen: die Deutsche Telekom, T-Systems, die 1&1 Internet AG und die Generali Deutschland Holding AG.

Zum Vorwurf, die Deutsche Post wolle das Projekt ausbremsen, indem sie die Verabschiedung des Bürgerportalgesetzes noch in dieser Legislaturperiode verhindert habe, um ihrem eigenen, konkurrierenden System einen Startvorteil zu verschaffen (eGovernment Computing berichtete), wurde auf der Pressekonferenz nicht Stellung genommen.

Übrigens: Friedrichshafen leistete sich schon im Vorfeld des Testbeginns einen Patzer. Die Stadt verschickte ihre Einladung zur morgigen De-Mail-Pressekonferenz an über 100 Journalisten, die alle im To-Feld namentlich gelistet waren. Der Informatiker Hadmut Danisch erklärte dazu: „Eine Mail an über 100 Empfänger zu senden und die alle in das To-Feld als Empfänger zu setzen, sodass jeder sehen kann, wer noch alles eingeladen ist – und wer nicht – ist, ist mehr als nur ein Fauxpas. Es ist auch mehr als nur eine datenschutzrechtswidrige Weitergabe personenbezogener Daten. Es ist eine Verletzung der Vertraulichkeit und der Sicherheit. Wenn irgendeiner der Empfänger einen virenverseuchten oder bot-infiltrierten PC hat (was heute kaum noch zu vermeiden ist), landen die eMail-Adressen sofort in Spam-und Adresshandelslisten oder dergleichen. Das gibt einer Einladung zu einem Feld-Test für ‚sichere‘, ‚vertrauliche‘, ‚spam-feste‘ eMail die richtige Würze.“

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