Bitkom-Studie zu Standortfaktoren

Start-ups sind unzufrieden mit Behörden vor Ort

| Autor: Ira Zahorsky

Schlechte Noten für Behörden gibt es von Start-up-Unternehmen.
Schlechte Noten für Behörden gibt es von Start-up-Unternehmen. (Bild: Jeanette Dietl_Fotolia.com)

Rund 200 Start-up-Gründer befragte der Digitalverband Bitkom zum Thema Standortfaktoren. Während Punkte wie Infrastruktur oder Büroraum-Situation mehrheitlich zufriedenstellend bewertet wurden, sind die jungen Unternehmen von der Zusammenarbeit mit dem Ämtern nicht begeistert.

40 Prozent der befragten Start-up-Unternehmen sind „eher oder überhaupt nicht zufrieden“ mit den Ämtern oder Behörden vor Ort. Damit werden die Behörden von den Gründern so schlecht bewertet wie kein anderer Standortfaktor. Nur rund jeder dritte Gründer (37 Prozent) äußert sich „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ über die Zusammenarbeit mit der Verwaltung.

„Forderungen für eine bessere Start-up-Förderung werden meistens an die Bundes- oder Landespolitik gerichtet. Dabei können die Kommunen selbst sehr viel unternehmen, etwa indem die Verwaltung vor Ort gründerfreundlicher organisiert wird“, sagt Bitkom-Vizepräsident Ulrich Dietz.

Infrastruktur topp

Mit der Infrastruktur vor Ort, der Lebensqualität, der Personal- und Büroraum-Situation sowie dem regionalen Start-up-Netzwerk sind Start-ups mehrheitlich zufrieden. Besonders gelobt wird von den Gründern die Infrastruktur vor Ort. So sagen 9 von 10 Start-ups (91 Prozent), dass sie mit der Verkehrsanbindung zufrieden sind, knapp 8 von 10 (77 Prozent) geben das für die Verfügbarkeit und Geschwindigkeit der Breitbandanschlüsse an. Auch die Lebensqualität bekommt sehr gute Noten. 87 Prozent loben das kulturelle Angebot und die Freizeitmöglichkeiten, 79 Prozent die Öffnungszeiten und Einkaufsmöglichkeiten und immerhin noch 70 Prozent sind mit den Lebenshaltungskosten zufrieden.

Ähnlich positiv werden Fragen rund um die Mitarbeitergewinnung beantwortet. 76 Prozent sind mit der Qualifikation der Mitarbeiter zufrieden, 71 Prozent mit der Verfügbarkeit von Personal und 61 Prozent mit den Personalkosten. Rund zwei Drittel der Gründer (64 Prozent) zeigen sich zufrieden mit dem Angebot an Events für Gründer, jeder Zweite (50 Prozent) mit den vorhandenen Möglichkeiten, auf Investoren zu treffen.

Regionale Unterschiede: Bayern abgeschlagen

Allerdings gibt es bei der Bewertung deutliche regionale Unterschiede. So hat Berlin verglichen mit Hamburg und München klare Kostenvorteile. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Start-ups in der Hauptstadt sind mit den Personalkosten zufrieden, in Hamburg und München ist es nur rund jedes Dritte (39 bzw. 36 Prozent).

Ähnlich ist das Bild mit Blick auf die Büromieten. Zwei Drittel (69 Prozent) der Berliner Start-ups sehen hier keinen Grund zu klagen, in Hamburg ist es nur jedes Zweite (50 Prozent), in München gerade einmal jedes Vierte (24 Prozent). Und noch deutlicher wird das Bild beim Blick auf die eigenen Lebenshaltungskosten. 95 Prozent der Berliner Gründer sind mit ihnen zufrieden, in Hamburg sind es nur 58 Prozent und in München gerade einmal 12 Prozent. Bei der Lebensqualität zeigt sich noch ein Nachteil der bayerischen Landeshauptstadt. Während in Berlin und Hamburg jeweils 9 von 10 Gründern (92 Prozent) mit den Öffnungszeiten von Geschäften und Restaurants zufrieden sind, sind es in München gerade einmal 44 Prozent.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43510743 / Kommune)