V-Modell XT

Standardvorgehensmodell für ­IT-Projekte im eGovernment

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Vorphase

Die Veränderung von Prozessen und Vorgaben für das Projektmanagement in einer bestehenden Organisation muss Bestehendes berücksichtigen und Besonderheiten der Organisation abbilden:

Wie werden Projekte organisiert? Welche Projektmanagementprozesse sind bereits etabliert? Welche ­Organisationen sind üblicherweise in Projekten beteiligt? Gibt es Besonderheiten, die bei der Konzeptionierung eines Projektmanagementwerkzeuges beachtet werden müssen? Was sind die rechtlichen Rahmenbedingungen und Vorgaben? Welche technische Grundlage bietet die Einrichtung grundsätzlich?

Konzeptionsphase

In der Konzeptionsphase liegt der Fokus auf der Erhebung der fachlichen und technischen Anforderungen der jeweiligen Organisation sowie der Definition von relevanten Projekttypen und der Auswahl der jeweils relevanten Artefakte des V-Modell XT. Hierbei werden unter ­anderem folgende Fragestellungen beantwortet:

  • Welche Artefakte des V-Modell XT sollen abgebildet werden? Das V-Modell XT besteht aus einer Vielzahl verschiedener Artefakte, die zusammenhängen und die Basis der Projektdurchführungsstrategie und der technischen Konzeption des V-Modell-XT-Werkzeugs bilden. Im Rahmen der Konzeptionierung wird definiert, welche Produkte und Elemente der V-Modell-XT-Artefakte Projekttyp, Projekttypvariante, Projektmerkmal, Vorgehensbaustein, Entscheidungspunkt und Projektdurchführungsstrategie tatsächlich in dem V-Modell-XT-Werkzeug abgebildet werden. Dadurch kann das Werkzeug individuell und einrichtungsspezifisch angepasst werden.
  • Welche funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen soll das Werkzeug erfüllen?
  • Wer sind die Nutzer und Zielgruppen und welche Rollen- und Berechtigungen sind zu berücksichtigen?

Umsetzungsplanung und Einführung

In der Umsetzungsplanung werden die finanziellen und personellen Ressourcen für die Konzeptionierung eines eigenen V-Modell-XT-Werkzeuges festgelegt sowie eine zeitliche und methodische Planung für die Einführung erstellt. Im Rahmen der Einführung wird das System sukzessive implementiert, und die Anwender werden geschult.

Technologische Umsetzungsplattform

BearingPoint und Solvin haben sich entschieden, das V-Modell-XT-Werkzeug auf Basis Microsoft Project Server 2013 zu implementieren. Ausschlaggebend hierfür sind die Erweiterbarkeit, der Funktionsumfang der Software und der hohe Integrationsgrad. Der Microsoft Project Server bietet als etabliertes Projektmanagementwerkzeug auch durch die direkte Integration von MS SharePoint die Möglichkeit, darauf ein eigenes V-Modell-XT-Werkzeug mit sämtlichen Artefakten und Dokumentenmanagement aufzusetzen. Aus Projektmanagementsicht wird so ein durchgängiges System entwickelt, welches sich in seinen Funktionalitäten ergänzt und durch verhältnismäßig geringen Anpassungsaufwand organisationsspezifisch ausgeprägt und implementiert werden kann. Workflows lassen sich organisationsspezifisch abbilden und die Bearbeitung der Produkte und Dokumente des V-Modell-XT-Werkzeugs kann direkt aus dem Werkzeug heraus mit den bekannten MS-Office-Anwendungen geschehen.

Eine detaillierte Beschreibung der technischen Umsetzung, einer möglichen Systemarchitektur/-konfiguration und deren Funktionalitäten erfolgt im Rahmen des Folgeartikels in der nächsten Ausgabe.

Fazit

Das V-Modell XT ist ein „taylor-bares“ Vorgehensmodell, welches sich insbesondere für System- und Softwareentwicklungen eignet. Die Größe und Vielseitigkeit macht die Methodik enorm umfangreich, was nur durch bedingt gut unterstützende Werkzeuge ausgeglichen werden kann.

Ein direkt auf die Bedürfnisse einer Behörde angepasstes Werkzeug kann die Anwendung der V-Modell-Methodik jedoch stark vereinfachen und bietet insbesondere erhebliche Vorteile im Bereich der Projektdokumentation und in der Anwender­unterstützung.

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