V-Modell XT

Standardvorgehensmodell für ­IT-Projekte im eGovernment

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Praxisbeispiel BSH

Im Rahmen eines Projektes am Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat BearingPoint zusammen mit dem Kooperationspartner Solvin ein V-Modell XT-Werkzeug konzipiert. Das Werkzeug soll auf Basis des Microsoft Project Servers implementiert werden und ist explizit auf das V-Modell XT Bund ausgerichtet.

Ziel des Projektes war es, eine ­Lösung zu entwickeln, welche die Anwendung des V-Modell XT Bund insbesondere im Hinblick auf Durchführung und Dokumentation im Kontext des BSH erleichtert.

Im Zuge der fachlichen Konzeption wurden unter anderem die folgenden fachlichen und methodischen Eckpunkte für das Werkzeug definiert:

  • Die Definition von Projekttypen sowie die Zuordnung und der Umfang der V-Modell-XT-Artefakte soll organisationsspezifisch erfolgen können. Damit kann ein „Vor-Tayloring“ auf in der Organisation typische Projekttypen erfolgen.
  • Den Anwendern soll ein phasenorientiertes und übersichtliches Frontend mit allen wesentlichen Informationen zum Projektstatus, dem Phasenstatus, dem zeitlichen Verlauf des Projektes, der zu bearbeitenden Dokumente inklusive ihres Status geboten werden.
  • Die Dokumente sollen im Front­end – dies kann z. B. die sogenannte Projektstartseite sein – verlinkt sein und zur Verfügung stehen. Der Anwender soll anhand fest definierter Entscheidungspunkte von Phase zu Phase geleitet werden und zu jeder Phase exakt die Dokumente erhalten, die bearbeitet werden müssen.
  • Die Projektfortschrittsentscheidung soll per Freigabe-Button im Frontend zur nächsten Phase führen (evtl. nur durch Projektleiter). Der Freigabe-Button (Projekt geht in die nächste Phase) soll an den Status der für die jeweilige Phase einschlägigen Dokumente gekoppelt sein, das heißt, der Button ist erst aktiv, wenn Dokumente XY bearbeitet wurden.
  • Umsetzung von im V-Modell geforderten Controlling-Methoden und Automatisierung dieser durch etablierte Projektmanagementwerkzeuge wie die Meilenstein-Trendanalyse und die Earned-Value-Analyse.
  • Zur einfachen Anwendung der Vorlagen / V-Modell XT-Artefakte, soll je Vorlage eine Hilfestellung hinterlegt werden.
  • Eine automatisierte Gesamtdokumentation für die Veraktung soll auf Knopfdruck jederzeit verfügbar sein.

Dieses Werkzeug wird die Anwendung des V-Modell XT am BSH vereinfachen, da insbesondere die Begleitung der Anwender durch das gesamte Projekt und die Dokumentation automatisiert erfolgt.

Prozess zur Einführung

Die Entwicklung und Einführung eines eigenen V-Modell-XT-Werkzeugs erfordert eine strukturierte Vorgehensweise. Die Erhebung der fachlichen und technischen Anforderungen an das zu entwickelnde Werkzeug stellt hierbei die größte Herausforderung dar und ist essentiell für den Einführungserfolg und die Akzeptanz der Anwender. In welchen Schritten ein auf die eigenen Bedürfnisse angepasstes Werkzeug eingeführt werden kann, ist in der nebenstehenden Grafik dargestellt.

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