V-Modell XT

Standardvorgehensmodell für ­IT-Projekte im eGovernment

| Autor / Redakteur: Benedikt Stukenkemper, Valon Gashi und Carsten Lenz / Manfred Klein

Einsatz des XT-Modells im eGovernment
Einsatz des XT-Modells im eGovernment (Foto: © xiaoliangge - Fotolia)

IT trägt maßgeblich zur Modernisierung der Verwaltung bei. Die Umsetzung innovativer IT-Projekte stellt IT-Verantwortliche vor größte Herausforderungen. Ein professionelles Projektmanagement und der Einsatz von Projektmanagementmethoden und -vorgehensmodellen sind daher entscheidende Erfolgsfaktoren.

Das „V-Modell XT“ ist das Standard-Vorgehensmodell der Öffentlichen Verwaltung für die Entwicklung von IT-Systemen und die Durchführung von IT-Projekten. Obwohl die Nutzung des Modells für die Bundesverwaltung obligatorisch ist, stellt sich die Anwendung in der Praxis für viele Nutzer als schwierig heraus. Die Anwender des V-Modell XT sehen sich einer Fülle von Informationen gegenüber und erwarten zu Recht, eine an den modernen IT-Methoden und Möglichkeiten orientierte Unterstützung.

Die derzeit verfügbaren Dokumentationen und Projektassistenten entsprechen im Hinblick auf die Begleitung durch das Projekt und die grundlegende Projektmanagementstruktur häufig jedoch nicht den Wünschen der Anwender und setzen Experten-Wissen voraus. Nur wenige IT-Projekte werden daher tatsächlich sowohl konsistent als auch ­konsequent nach V-Modell XT durchgeführt und dokumentiert.

Wie kann das Vorgehensmodell einfacher und effizienter angewendet werden? Wie kann ein innovatives Werkzeug für die Unterstützung von V-Modell-Projekten Werkzeug eingeführt werden?

Gründe für ein eigenes ­V-Modell XT-Werkzeug

Ein Projekt nach V-Modell XT durchzuführen, bedeutet für viele Nutzer die Anwendung der Dokumentationen und des Projektdurchführungsassistenten, die jedoch eine Basis-Vertrautheit mit dem V-Modell XT erfordert.

Insbesondere durch die organisations- und projektspezifischen Besonderheiten verschiedener Behörden und Einrichtungen können allgemeine Unterstützungswerkzeuge irritieren, da sie nicht zur Projektlandschaft der eigenen Einrichtungen passen oder die Anwendung ungewohnt ist.

Die frei verfügbare Dokumentation sowie der ­Projektdurchführungsassistent und der Editor zum V-Modell XT sind bereits Hilfestellungen und sollen den Nutzer bei der Anwendung der V-Modell-Methodik unterstützen.

Ein innovatives V-Modell-XT-Werkzeug greift ergänzend die folgenden Anforderungen der Nutzer auf:

  • Es sind nur die wirklich notwendigen Informationen zu verarbeiten: Um ein V-Modell-Projekt erfolgreich durchzuführen, muss zunächst das vorgesehene „Tayloring“ durchgeführt werden. Das heißt, die Fülle an Informationen muss auf das Wesentliche reduziert ­werden, und Projektmanagementwerkzeuge für notwendige Aufgaben (etwa Planung und Earned-­Value-Analyse) müssen etabliert werden. Ein eigenes V-Modell-XT-Werkzeug kann so konzipiert werden, dass ein organisationsspezifisches Tayloring für relevante Projekttypen bereits erfolgt ist und den Nutzern nur die Informationen, Artefakte und Werkzeuge bereitgestellt werden, die relevant sind.
  • Unterstützung bei der Projektdurchführung: Ein individualisiertes V-Modell-XT-Werkzeug kann deutlich stärker auf den Ablauf eines Projektes eingehen, als es die Dokumentation des V-Modell XT tut. Der Nutzer wird so schrittweise durch das Projekt begleitet und erhält in den Phasen Hilfestellungen zu notwendigen Aufgaben und relevanten Artefakten.
  • Scharfe Abgrenzung zwischen den Projektphasen: Phasen sind im V-Modell XT an Entscheidungspunkte geknüpft, welche von dem Anwender festgelegt werden müssen. Durch nachträgliche Anpassungen oder ungenaue Bearbeitung der Produkte des Projektes können Phasenübergänge ineinander verschwimmen, was Redundanzen hervorruft und der vollständigen und eindeutigen Bearbeitung einer Phase abträglich ist. In einem V-Modell-XT-Werkzeug kann ein Phasenübergang explizit an die Bearbeitung bestimmter Dokumente geknüpft werden. Damit werden sowohl die Nutzer unterstützt als auch eine Standardisierung innerhalb einer Organisation erreicht.
  • Integration von V-Modell XT und Projektmanagement-Werkzeug: Das V-Modell XT gibt an verschiedenen Stellen der Projektdurchführung Empfehlungen, wie Projektsteuerungsaufgaben adressiert werden sollen, stellt jedoch nicht die notwendigen Werkzeuge bereit. Beispiele sind die Nutzung von Projektkennzahlen, Meilenstein-Trendanalysen oder ein strukturiertes Anforderungsmanagement. Ein innovatives Werkzeug schafft die Verbindung von klassischer Projektsteuerung und den je Projekttyp relevanten V-Modell-XT-Artefakten.
  • Vereinfachte Projektdokumenta­tion: Ein individualisiertes V-Modell-XT-Werkzeug bietet die Möglichkeit, das Projekt direkt durch strukturierte und automatisierte Ablage der bearbeiteten Dokumente zu dokumentieren und diese mit Metadaten zu versehen. Zusätzlich können entsprechende Dokumente anhand vorgegebener Vorlagen generiert werden, sodass Informationen wie Briefköpfe oder Logos bereits integriert sind.

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