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Unternehmen und Verwaltung Hand in Hand Standard für elektronische Rechnungen kommt auf den Prüfstand

| Redakteur: Gerald Viola

Was passiert, wenn Unternehmen aus der Automobilindustrie, dem Einzelhandel, dem Bankensektor, der Software-Industrie und der Öffentlichen Sektor gemeinsam an neuen Standards arbeiten? Wirtschaftsminister Rösler sieht darin einen „wichtigen Schritt hin zu weniger Bürokratie.“

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Elektronische Rechnungen – wichtiger Schritt zu weniger Bürokratie
Elektronische Rechnungen – wichtiger Schritt zu weniger Bürokratie
(© V. Yakobchuk – Fotolia.com)

Der neue Standard, der den digitalen Rechnungsaustausch gerade auch für die kleinen und mittleren Unternehmen erleichtert, wurde vom Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) erarbeitet und in Berlin vorgestellt. Bis Ende 2012 können Interessierte im Rahmen einer öffentlichen Konsultation ihre Bewertung abgeben.

Das neue FeRD-Rechnungsformat erlaubt es, Rechnungsdaten in strukturierter Weise in einer Datei zu übermitteln und diese ohne weitere Schritte auszulesen und zu verarbeiten. Es wurde von Unternehmen aus der Automobilindustrie, dem Einzelhandel, dem Bankensektor, der Software-Industrie, aber auch vom Öffentlichen Sektor erarbeitet.

Grundlage für das FeRD-Rechnungsformat sind anerkannte internationale Standards. Das neue Format kann auch im grenzüberschreitenden europäischen und internationalen Rechnungsverkehr verwendet werden. Der neue Rechnungsdatenstandard basiert auf dem semantischen Datenmodell der Core Cross-Industry-Invoice (Core CII).

Die detaillierte Spezifikation inklusiv der Syntax soll bis Ende 2012 fertig gestellt werden. Eine Validierung der Spezifikation soll in den einzelnen Branchen bis zum nächsten Plenum im Frühjahr 2013 vorgenommen werden. Erste Pilotierungen sollen im Laufe des Jahres 2013 vorgestellt werden. Für die dauerhafte Pflege des Standards soll eine Vereinbarung mit dem DIN getroffen werden. Dies wurde bei der Plenumssitzung am 14. November beschlossen.

FeRD ist die nationale Plattform von Verbänden, Ministerien und Unternehmen zur Förderung der elektronischen Rechnung in Deutschland. Das Forum wurde unter dem Dach der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung (AWV) gegründet.

Bundesminister Rösler: „Der neue Standard ist ein wichtiger Schritt hin zu weniger Bürokratie. Er entlastet die Geschäftsbeziehungen zwischen den Unternehmen und die zu Behörden. Die Kosten der Rechnung ohne Papier werden in Zukunft deutlich sinken, wovon auch die Verbraucher profitieren.

Die Tatsache, dass die Betroffenen diesen neuen Maßstab selbst erarbeitet und vereinbart haben, zeigt, dass freiwillige Lösungen und Selbstverpflichtungen der Wirtschaft ein erfolgreicher Weg sein können.“

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