Das V-Modell XT

Stand und Zukunft des IT-Standards

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Wie viel Aufwand bedeutet das V-Modell XT wirklich?

Das V-Modell stand und steht im Ruf, eher dokumentenlastig zu sein. Der Anteil der Management- und Steuerungsdokumente des Auftraggebers stehe nicht im optimalen Verhältnis zu den Lieferungen des Auftragnehmers lautet ein häufiger Kritikpunkt. Ein gutes Verhältnis ist 2 / 1 (Steuerung / Lieferung), da jede Lieferung des Auftragnehmers durch den Auftraggeber spezifiziert und geprüft werden muss. Im WiBe-Projekt wurde dieses Verhältnis beobachtet und ausgewertet.

Basierend auf „IT-Projekte erfolgreich mit dem neuen V-Modell XT“ (Manfred Broy, Andreas Rausch, Thomas Ternite, David Bettencourt da Cruz, Marco Kuhrmann) weist eine Auswertung der gesammelten Daten auf den ersten Blick auf einen vergleichsweise hohen Anteil an Steuerungsdokumenten hin. Dieser erklärt sich dadurch, dass es sich beim beobachteten Projekt um ein verteiltes Projekt handelte, in dem das Projektteam an insgesamt fünf Standorten koordiniert wurde. Insgesamt erhält man ein Verhältnis von etwa 2,4 / 1 für Steuerung und Ergebnisse.

Bezogen auf das Verhältnis 2 / 1 bewegt sich das V-Modell hier also sehr dicht an Optimalwerten, obwohl durch das verteilte Projektmanagement und die verteilte Qualitätssicherung erhöhter Kommunikations- und Koordinationsaufwand entstand. Das V-Modell gestattet es einem Auftraggeber mit angemessenem Aufwand mit einem Auftragnehmer zu interagieren, Lieferungen zu spezifizieren und diese auch abzunehmen (Abbildung).

(ID:2007091)