München

Stadtrat verabschiedet sich endgültig von LiMux

| Redakteur: Manfred Klein

(©Mapics - stock.adobe.com)

Nun ist es also offiziell. Ende November hat der Münchner Stadtrat beschlossen, das LiMux-Projekt zu beenden. Im Zuge der Neuorganisation der städtischen IT soll nun bis Ende 2022 unter anderem flächendeckend auf Windows-10-Clients umgerüstet werden.

Das vom Stadtrat beschlossene Gesamtprogramm umfasst neben der Einführung eines einheitlichen IT-Arbeitsplatzes eine ganze Reihe weiterer Projekte: Dazu zählen organisatorische Veränderungen wie

  • der Aufbau des neu geschaffenen IT-Referats,
  • die Modernisierung und Vereinheitlichung der Infrastruktur,
  • die Etablierung von dauerhaften Maßnahmen zur Verbesserung und Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit,
  • die Ausarbeitung von Verbesserungsmöglichkeiten bei IT-Prozessen,
  • IT-Rollen und Werkzeugen sowie
  • die Konzeption und Einführung von IT-Performance-Management-Mechanismen

Die Vollversammlung des Stadtrats hatte die Verwaltung im Februar dieses Jahres beauftragt, ein Konzept zu erstellen, wie auf Basis eines neu zu entwickelnden Windows-Basis-Clients bis spätestens Ende 2020 eine stadtweit einheitliche Client-Architektur geschaffen werden kann. Bei den Standardfunktionen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Internetbrowser sollen stadtweit einheitliche marktübliche Standardprodukte eingesetzt werden, um intern wie extern eine höchstmögliche Kompatibilität zu ermöglichen.

Mit dem aktuellen Beschluss des Stadtrats sei dieses Vorhaben nun abschließend auf den Weg gebracht worden, heißt es dazu aus dem Stadtrat. Bis Ende 2022 soll die städtische IT nun flächendeckend auf den Windows-10-Client umgestellt werden.

Hinsichtlich der Umstellung auf Microsoft Office als Bürosoftware will die Stadt folgenden Weg gehen: Wegen der signifikanten Lizenzkosten will die Stadt erst Erfahrungen sammeln, welche Ausstattung erforderlich ist.

Dazu soll in einem ersten Schritt noch im Jahr 2018 Microsoft Office auf einer Virtualisierungsplattform der Landeshauptstadt für 6.000 zusätzliche Nutzer zur Verfügung gestellt werden, um herauszufinden, welche Vorlagen und Makros erforderlich sind. Ein unabhängiger Sachverständiger soll nach einer Analyse entsprechende Nutzungsszenarien vorschlagen, die dem Stadtrat nochmals zur Entscheidung vorgelegt werden.

Die für die Stadt München zahlungswirksamen Kosten für das Gesamtprogramm sollen sich in einem sechsjährigen Betrachtungszeitraum auf insgesamt 86,1 Millionen Euro belaufen. Manche Beobachter gehen jedoch davon aus, dass der erneute Umstieg einen dreistelligen Millionenbetrag kosten werde.

Als Grund für den erneuten Strategiewechsel führt München an, dass das Nebeneinander von rund 18.500 LiMux- und 10.700 Windows-Clients einen immensen Verwaltungsaufwand verursacht habe, der auf die Dauer nicht zu leisten sei. Da die eingesetzte Software nicht laufend auf dem aktuellsten Stand gehalten werden könne, würden die Anforderungen der Referate an den Praxis-Einsatz nicht erfüllt. Aufgrund der langen Lebenszyklen seien zudem veraltete Programme mit Sicherheitslücken und ohne Herstellersupport im Einsatz, wie das Deutsche Vergabenetzwerk anmerkt.

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posted am 24.12.2017 um 00:36 von Unregistriert


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