Digitale Räume

Stadtentwicklung in der digitalen Welt

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Die Kernthese des Autors ist, dass die Informationstechnik einen wesentlichen Einfluss auf Städte (und geografische Räume im Allgemeinen) haben wird, und zwar nicht, indem sie diese ersetzt, sondern weil sie als neue Infrastruktur die moderne ­urbane Lebenswelt durchzieht und dadurch, dass sie diese über die Bildung von Hybriden deutlich verändert.

Gemeint ist damit, dass es zu einem Zusammenwirken der geografischen beziehungsweise physischen und den digitalen beziehungsweise virtuellen Räumen kommt. Und dass zum anderen soziale und ökonomische Wertschöpfung in einem immer stärkeren Ausmaß mit maschinellen oder Infrastrukturen kombiniert werden. Im Gegenzug bilden geografische Räume ein gesellschaftliche Klima, in dem ein technikaffines Klima herrscht.

Diese Faktoren wiederum gehen nach Meinung des Autors Hand in Hand mit den schon genannten Trends der Urbanisierung und der digitalen Revolution. Die aus diesen Faktoren entstehende Dynamik beschreibt Graudenz als Digitalen Raum.

Dazu der Autor: „Kennzeichnend für einen Digitalen Raum ist, dass der Raumbegriff sich nicht mehr nur auf den geografischen, sondern auch auf den virtuellen Raum bezieht. Daraus ergibt sich ein interessantes Spannungsfeld: Ein geografischer Raum ist beschränkt, denn er bezieht sich auf ein abgestecktes räumliches Gebiet mit einer begrenzten Zahl von Akteuren aus den genannten Handlungsfeldern.“

Im Gegensatz dazu sei der virtuelle Raum per se unbegrenzt, der Standort der Akteure zunächst einmal nicht bedeutend. „Wenn ein virtueller Raum eine Beziehung zu einem geografischen urbanen Raum hat, bedeutet dies beispielsweise, dass auf Plattformen Dienstleistungen angeboten werden, die eine Beziehung zum geografischen Raum hat, beispielsweise ein Ratsinformationssystem, das Bürgern die Möglichkeit gibt, sich zu Gremiensitzungen der Stadtverwaltung zu informieren, oder ein Portal, auf dem Informationen zum Kulturangebot aufbereitet dargeboten werden.“

Eine interessante Ausprägung ­eines virtuellen Raums sei die zen­trale Wissensdatenbank, die die Servicecenter für die einheitliche Behördenrufnummer 115 unterstütze: Auskünfte seien so deutschlandweit auch durch lokale Servicecenter möglich.

Aus diesen theoretischen Vorüberlegungen leitet der Autor Dr. Dirk Graudenz sechs Thesen für eine künftige Stadtentwicklung ab.

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