Digitale Räume

Stadtentwicklung in der digitalen Welt

| Redakteur: Manfred Klein

Im Informationszeitalter werden Städte mehr denn je zu Zentren sozialer Interaktion
Im Informationszeitalter werden Städte mehr denn je zu Zentren sozialer Interaktion (Foto: © Sergey Nivens - Fotolia)

Ironischerweise stärken Informationstechnologie und Globalisierung Städte und Kommunen. Wie jedoch werden die damit verbundenen Veränderungen aussehen? Einen Beitrag zu dieser Diskussion leistet Dr. Dirk Graudenz mit seiner bei Isprat erschienenen Arbeit „Digitale Räume – Stadtentwicklung in der digitalen Welt“, die wir hier kurz vorstellen.

Was haben elektronische Tickets für den Nahverkehr, Telemedizin, die einheitliche Behördenrufnummer 115, Open-Data-Anwendungen, Internet-Plattformen für die Bürgerbeteiligung und IT-Startups gemeinsam? Diese Frage stellte sich der Autor der Isprat-Studie „Digitale Räume – Stadtentwicklung in der digitalen Welt“, Dr. Dirk Graudenz.

Seine Antwort: „Diese Themen liegen in der Schnittmenge von Städten (urbanen Lebensräumen) und Informationstechnik (IT).“ Stimmt diese These, dann hat das für die Stadtentwicklung der Zukunft und damit auch für die Kommunalpolitik einschneidende Konsequenzen.

„Die digitale Revolution und die fortschreitende Urbanisierung werden dann zu prägenden Bestimmungsfaktoren für den Wohlstand von Industrienationen. Die Informationstechnik wird dabei großen Einfluss auf Städte und geografische Räume im Allgemeinen haben. Als neue Infrastruktur durchzieht sie die moderne urbane Lebenswelt und wird diese deutlich verändern“, so der Verfasser.

Urbane Räume bilden zudem den Nährboden, auf dem sich IT gut entwickeln kann. Dort ist der Bedarf für IT-Lösungen vorhanden, und es herrscht ein gesellschaftliches Umfeld, in dem sich Innovatoren wohlfühlen.

Die Chancen Digitaler Räume ­bestehen für Städte nicht nur in ­höherer technischer Effizienz. Das Lebensumfeld der Bewohner wird sich deutlich verändern und ihre Beziehungen zu öffentlichen Institutionen wandeln.

Folgen der Urbanisierung

Der Autor Dirk Graudenz ist sich sicher, dass Städte und IT über die fortschreitende Urbanisierung sowie die digitale Revolution die Zukunft der Industrienationen maßgeblich formen werden.

„Im Zusammenspiel führen diese beiden Kräfte nicht nur dazu, dass Städte aus technischer Sicht effizienter werden, sondern auch, dass sich das Lebensumfeld der Bewohner und ihre Beziehungen zu öffentlichen Institutionen deutlich wandeln werden. Hinzu kommt, dass eine herausragende digitale Infrastruktur bestimmte Gruppen mit hoher Affinität zu digitalen Medien anzieht, was wiederum die Transformation beschleunigt“, so Graudenz.

Die wachsende Bedeutung von Großstädten und Ballungsräumen für moderne Industriegesellschaften belegt Graudenz mit folgendem Hinweis: „Für Deutschland prognostizieren die Vereinten Nationen, dass der Anteil der Bevölkerung, der in urbanen Gebieten lebt, bis 2050 von heute 74 Prozent auf 82 Prozent steigen wird.“

In Deutschland sei das erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt je Einwohner und der Bildungsstand in diesen Regionen im Durchschnitt deutlich höher als in länd­lichen Gegenden. Darüber hinaus besäßen sie – insbesondere auch für techniknahe Unternehmen – eine deutlich größere wirtschaftliche ­Dynamik, was sie zu bevorzugten Orten für Unternehmensgründungen mache.

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