Demografischer Wandel

Stadt Lage modernisiert ihre Verwaltung

29.01.2008 | Autor / Redakteur: Harald Brüning / Gerald Viola

In der ostwestfälischen Stadt Lage mussten Bürger und Unternehmen bisher meist persönlich in der städtischen Verwaltung erscheinen, um ihre ausgefüllten Formulare, Anträge und Genehmigungen abzugeben. Das war für Verwaltung und Bürger zeitaufwendig und darüber hinaus auch teuer.

Zahlreiche Entwicklungen zwingen Kommunen und Verwaltungen heute, ihre Prozesse zu optimieren und elektronisch abzubilden sowie Dienste online zur Verfügung zu stellen. Ein Stichwort in diesem Zusammenhang ist der demografische Wandel. Rund 30 Prozent der Verwaltungsmitarbeiter sind heute älter als 50 Jahre. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Dienst ist eine Wiederbesetzung dieser Stellen offen. Das bedeutet, dass weniger Mitarbeiter mehr leisten müssen. Darüber hinaus nimmt auch die Datenflut stetig zu. Die Systemlandschaften sind oft über Jahre hinweg gewachsen und heterogen, mit den unterschiedlichsten Schnittstellen und Benutzeroberflächen und differierender Anwendungslogik.

Papier und Botengänge

Mit ähnlichen Problemen, die eine Umstellung der bestehenden Verwaltungsprozesse notwendig machen, sah sich auch die Stadt Lage konfrontiert. Die Verwaltung der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Lage ist für knapp 36.000 Einwohner zuständig. Verteilt auf mehrere Gebäudeeinheiten beschäftigt die Behörde derzeit zirka 350 Menschen. Bis vor Kurzem beschränkte sich der Einsatz von IT noch überwiegend auf eine Website und PC-Arbeitsplätze. Anträge konnten bisher nur persönlich in der Stadtverwaltung gestellt werden. Auch hausintern wurden viele Abläufe mit Papier und Botengängen abgewickelt, was sehr zeitaufwendig war. „Allein für das Weiterreichen von Kostenbelegen von einer Abteilung zur nächsten lief ein Bote den ganzen Tag zwischen den einzelnen Gebäuden der Stadtverwaltung hin und her“, erinnert sich Michael Johannsen, Fachteamleiter zentraler Services und Logistik der Stadt Lage. Sämtliche Dienstleistungen gegenüber Bürgern oder Unternehmen wurden auf dem Papierweg abgewickelt. Der Antragsteller füllte ein Formular aus, der zuständige Sachbearbeiter gab die Daten in den PC ein. Lange Durchlaufzeiten, Mehrfacherfassungen von Daten und Übertragungsfehler waren die Folge.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 2008364 / Fachanwendungen)