Interview

Stadt der unendlichen Möglichkeiten

| Autor: Susanne Ehneß

Städte müssen lebenswert bleiben
Städte müssen lebenswert bleiben (© Taras Vyshnya - stock.sdobe.com)

Welche Probleme haben Städte, die sich zu Smart Cities entwickeln wollen?

Dudek: Die größte Schwierigkeit im Markt liegt darin, das richtige Business-Modell zu identifizieren und passend dazu den Ausschreibungsprozess zu entwickeln. Ausschlaggebend dafür ist, dass die Anbieter den Kommunen ihre innovativen Ideen in einer einfachen, offenen und verständlichen Art und Weise nahebringen.

Hinzu kommt, dass die verschiedenen Smart-City-Anwendungen oftmals nicht miteinander kom­patibel sind. Das heißt, die meisten Anbieter haben proprietäre Systeme.

Die Herausforderung der Stadtplaner ist es daher, die Funktionen verschiedener Systeme miteinander zu kombinieren und die gewünschten Schnittstellen auf Basis offener Standards zu verankern. Hierzu bedarf es einer Beratung der Kommunen, welche technischen Möglichkeiten es gibt und welche Risiken dabei auf die ­Kommunen zukommen.

Was kann Kommunen dabei unterstützen, ihre Stadt problemlos „intelligent“ zu machen?

Dudek: Ziel einer jeden Smart ­City ist, vor allem die Komplexität zu reduzieren und die Prozesse einfach zu verwalten. Daher ist es wichtig, eine Brücke vom gewünschten Nutzen zu den technischen Features zu bauen.

Um die Vision einer intelligent ­vernetzten Stadt Wirklichkeit ­werden zu lassen, sind ausgewählte Partner notwendig, die in das Projekt eingebunden sind. Nur so kann eine optimale Lösung ent­stehen – am besten basierend auf offenen Standards und beliebig skalierbar für zukünftige Verän­derungen.

Mit welcher Smart-City-Anwendung beschäftigen Sie sich aktuell?

Dudek: Aktuell entwickeln wir mit Partnern den Parkplatz der Zukunft. Hierbei wird es möglich sein, mit Sensoren genau zu ermitteln, ob ein Parkplatz frei oder wie lange er noch belegt ist. Im System ist dabei auch hinterlegt, wie groß der Parkplatz ist und ob es sich etwa um einen Behindertenparkplatz oder eine Stellfläche mit Lade­säule für E-Mobility handelt. Die Analyse der gesammelten Daten ermöglicht dabei eine vorausschauende und präzise Vorhersage über freie Parkplätze.

Weitergedacht erhalten Autofahrer zukünftig eine auf aktuellsten Daten basierende Information über einen freien Parkplatz, der für die gewünschte Parkdauer sowie die Fahrzeuggröße und -art infrage kommt.

Der Autor: Dr. Piotr Dudek
Der Autor: Dr. Piotr Dudek (© Tridonic/walser-image.com)

Gibt es weitere Anwendungen, die auch Aspekte wie Sicherheit und Energiesparen abdecken?

Dudek: Ja, zum Beispiel das ­Konzept „Adaptive Road Lighting“, also eine Straßenbeleuchtung der Zukunft. Diese passt sich automatisch an die jeweiligen Bedürfnisse an: Nachts wird die Beleuchtungsstärke heruntergefahren, um Energie zu sparen, und nur bei ­Bewegung – erkannt über eingebaute Sensorik – erhöht. Die ­Sicherheit von Passanten oder Fahrradfahrern wird jederzeit ­gewährleistet.

Heute lassen sich bereits Beleuchtungen ganzer Straßenzüge ab­hängig von Bewegungsströmen, Verkehrsaufkommen oder Wetterlage dynamisch anpassen.

Dr. Piotr Dudek ist Segment Manager bei Tridonic.

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In der Überschrift noch fett die Stadt der unendlichen Möglichkeiten proklamieren und im Beitrag...  lesen
posted am 17.07.2018 um 08:50 von Wind-up bird


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