Mehr Effizienz in der Behörde Staatsanwälte diktieren digital

Redakteur: Gerald Viola

Moderne Informationstechnologien haben für die Justiz eine große Bedeutung. Dies betonte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries auf dem 2. Nationalen IT-Gipfel: „Von den neuen technischen Möglichkeiten profitieren Rechtssuchende und Justiz gleichermaßen.“

Würzburger Staatsanwälte bewerten insbesondere die Einhandbedienung des Digital Pocket Memo 9600 als sehr positiv
Würzburger Staatsanwälte bewerten insbesondere die Einhandbedienung des Digital Pocket Memo 9600 als sehr positiv
( Archiv: Vogel Business Media )

Vor allem in der Dokumentation kommt es häufig zu Verzögerungen. Oft noch nutzen Behörden ältere, analoge Diktiergeräte und drucken alle Berichte auf Papier aus. Die Folge: Schriftsätze liegen nicht rechtzeitig vor, die Arbeit der Gerichte gerät ins Stocken.

Die 80 Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Würzburg ermitteln und verfolgen Straftaten, die im Landgerichtsbezirk Würzburg begangen wurden. Als sogenannte Schwerpunktstaatsanwaltschaft ist die Behörde auch für die Verfolgung von Wirtschafts- und Steuerstrafsachen in den Landgerichtsbezirken Aschaffenburg, Schweinfurt und Würzburg zuständig. Zudem vollstreckt sie Geld- und Freiheitsstrafen sowie Maßregeln der Sicherung und Besserung. In puncto Effizienz und Schnelligkeit ist die Staatsanwaltschaft Würzburg seit Jahren vorbildlich. Ermittlungsverfahren dauern im Durchschnitt nicht mehr als anderthalb Monate – obwohl über 20.000 Verfahren pro Jahr für einen großen Dokumentationsaufwand sorgen. Täglich erstellen die Staatsanwälte daher rund 200 Schriftstücke, darunter Klageschriften, Berichte und weitere Korrespondenz.

Vor zwei Jahren entschieden sich die Staatsanwälte gegen ihre störanfälligen, analogen Diktiergeräte und für das moderne digitale Diktat. Amtsinspektor Georg Kordwig: „Der Probelauf mit den Philips-Diktiergeräten am Landgericht war so erfolgreich, dass wir beschlossen, alle unsere Staatsanwälte mit dem Digital Pocket Memo 9600 auszustatten.“ Die UHER informatik GmbH integrierte die Diktiertechnologie in das vorhandene EDV-System.

Datensicherheit juristischen Alltagsbetrieb

Das Digital Pocket Memo 9600 bietet ergonomisches Design und modernste Diktiertechnik, verpackt in einem hochwertigen Vollmetallgehäuse. Dank des DSS-Pro-Standards klingen alle Aufnahmen kristallklar. „Besonders positiv bewerten die Staatsanwälte die Einhandbedienung der Geräte durch den 4-Positions-Schiebeschalter“, erklärt Justizamtsrat Ralf Veigel.

„Auch der einfache Zugriff auf wichtige Bearbeitungsfunktionen wie Einfügen, Löschen und Überschreiben wird sehr gelobt.“

Da im Justizbetrieb die Sicherheit elektronischer Daten eine große Rolle spielt, erfolgt die Dateiverschlüsselung beim Digital Pocket Memo 9600 direkt auf dem Speichermedium. Die Geräte werden über ein USB-Kabel in sehr kurzer Zeit aufgeladen und sind so fast ständig einsatzbereit. Zudem profitieren die Würzburger Juristen vom schnellen Datenaustausch. Hat ein Staatsanwalt ein Diktat fertiggestellt, stellt er das Digital Pocket Memo in die dazugehörige Dockingstation – die Daten werden automatisch in die Geschäftsstelle zur Abschrift übertragen.

Dringende Diktate zuerst

Für jeden Staatsanwalt arbeiten ein oder zwei Geschäftsstellenbedienstete. Diese nutzen zur Bearbeitung der digitalen Diktate das Wiedergabesystem SpeechExec Pro Transcription Set 7277.

Dank dieser Software können die Schreibkräfte nicht nur alle eingehenden Diktate auf einen Blick erkennen, sie erkennen auch sofort jene Diktate, die als besonders dringlich gekennzeichnet sind. Zu jedem Schreibauftrag erhalten sie darüber hinaus spezielle Anweisungen der Staatsanwälte sowie Detailinformationen zum Diktat. So entfallen Nachfragen zu bestimmten Schriftstücken.

„Früher hat jede Schreibkraft dem Staatsanwalt das abgetippte Schriftstück auf Papier übergeben”, erzählt Veigel. „Heute funktioniert der gesamte Vorgang sehr effizient elektronisch.”

Wenn ein Staatsanwalt heute beim Lesen eines Berichts oder einer Klageschrift feststellt, dass noch Passagen einzufügen sind oder etwas korrigiert werden muss, kann er den Text selbst bearbeiten.

Staatsanwälte korrigieren selbst

Zur Zeit der analogen Geräte bedeutete dies einen weiteren Arbeitsschritt für die Schreibkraft und einen erneuten Korrekturvorgang durch den Staatsanwalt. Mit dem neuen System kann nun jeder Staatsanwalt Änderungen selbst vornehmen.

„Das einfache Einfügen neuer Textpassagen ist eine echte Erleichterung für die Staatsanwälte”, so Veigel. Insgesamt hat er einen sehr positiven Effekt der Diktiertechnologie auf die Dokumentation der Staatsanwaltschaft Würzburg ausgemacht. Seine abschließende Bilanz: „Die Dokumente sind im Schnitt rund 20 Prozent schneller fertig. Die Technologie hat sich für unsere Behörde und unsere Mitarbeiter eindeutig ausgezahlt.“

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(ID:2013209)