Nachbericht zum 3. Zukunftskongress Staat & Verwaltung

Staat und Gesellschaft im digitalen Umbruch

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Im Mittelpunkt der Aufgaben, die sich Behörden stellen, stehen IT-Sicherheit, die Einführung der elektronischen Akte, der Auf- und Ausbau des Online-Angebots von Behördendienstleistungen sowie der Aufbau interner Kapazitäten und Kompetenzen im Bereich eGovernment. Die Möglichkeit der elektronischen Bezahlung wird hingegen erst von 25 Prozent der befragten Behörden aufgegriffen. Und mit De-Mail, Mobile Government-Anwendungen, Cloud Computing und Big Data beschäftigen sich deutsche Behörden bisher kaum.

Es geht um die Zukunft des Standorts

„Die digitale Revolution wird nur dann gelingen, wenn wir uns den Herausforderungen für eGovernment in Deutschland stellen“, erklärt Dr. Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrates anlässlich des Kongresses. „Anstatt die vorhandenen Kräfte zu bündeln und dadurch die Schlagkraft zu erhöhen, wird noch zu oft nebeneinander her gearbeitet. Erst wenn wir internationale Vorbilder ernst nehmen und eine echte Koordinierung von Ideen und Ressourcen über Ressort- und Verwaltungsgrenzen hinweg erreichen, werden Bürger, Unternehmen und Verwaltungen tatsächlich profitieren“, so Ludewig weiter.

Und Catrin Hinkel, Geschäftsführerin des Bereichs Öffentliche Verwaltung und Gesundheitswesen bei Accenture, ergänzte: „Zwar sprechen wir auf dem Zukunftskongress über Verwaltung, doch im Kern geht es um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.“ Die Wirtschaft spreche längst über Smart Services, für die Vernetzungsfähigkeit und Kollaboration entscheidend seien. Auch die Behörden seien nun gefordert, im Sinne der Bürger ihre Angebote nutzerfreundlich und vernetzt zu gestalten.

„Das persönliche Engagement von Bundesinnenminister de Maizière und Bundeswirtschaftsminister Gabriel macht den Stellenwert der Verwaltung als Wegbereiter für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes deutlich. Der Zukunftskongress ist damit die Plattform für neues Denken und greifbare Veränderungen“, so Hinkel weiter.

Digitale Prominenz auf dem Kongress

Ein besonderes Programmhighlight des ersten Kongresstages war nach Ansicht der Veranstalter denn auch das Forum Digitale Gesellschaft des IT-Gipfels @ Zukunftskongress mit dem Titel: „Die Zukunft der Verwaltung in der digitalen Welt“. Dieses Dialogforum des Bundesinnenministeriums wurde durch die Neuausrichtung des IT-Gipfels zum Bestandteil des diesjährigen Zukunftskongresses.

Bundesinnenminister Dr. Thomas Maizière übernahm die Moderation der Diskussionsrunde und sprach mit Vertretern aus der Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Die Verwaltungen hätten heute mehr Aufgaben und weniger Ressourcen. Dies sei ein schwerer Auftrag, so de Maizière.

„Trotzdem wollen wir die Bürgerinnen und Bürger erfolgreich mit öffentlichen Leistungen versorgen und die staatlichen Aufgaben anständig erfüllen. Die Verwaltung hat sich in letzten Jahren deswegen an vielen Stellen verändert: Es gibt mehr elektronische Angebote. Arbeitsabläufe wurden überprüft und IT-Systeme integriert“, so de Maizière weiter.

Dieser Prozess müsse weitergehen, unterstrich der Bundesinnenminister und betonte: „Das allein reicht aber nicht: Er muss an einigen Stellen noch stärker angetrieben werden. Mit der Digitalen Agenda 2014 - 2017 tun wir das. Digitalisierung ist kein endlicher Prozess. Die Veränderungen werden uns immer weiter begleiten. Deswegen ist es besonders wichtig, kluge Weichen zu stellen“.

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