SAR-Werte-Studie zum Digitalfunk BOS

Sprechfunkgeräte entsprechen Arbeitsschutzgrenzwert

| Autor: Ira Zahorsky

Messungen Handfunkgerät im Kfz

Für die Funktionssicherheit der Fahrzeugelektronik empfehlen die Fahrzeughersteller zudem den fachgerechten Einbau von Außenantennen oder eine Einbaufreigabe vom Hersteller. Hierdurch sollen etwaige Störungen mit anderen elektronischen Geräten des Fahrzeuges vermieden werden.

In Brandenburg wurden Messungen mit MRT sowie HRT mit KFZ-Außenantennen durchgeführt. Ingenieure des Kölner Fachinstituts für elektromagnetische Verträglichkeit zur Umwelt haben bisher in mehr als 100 Polizeifahrzeugen die elektromagnetischen Felder des Digitalfunk BOS gemessen. Den Messungen wurde das Worst-Case-Szenario eines mindestens fünf-minütigen, permanenten Sendebetriebes zugrunde gelegt.

Der Eintritt dieses Worst-Case-Szenarios ist in der Praxis jedoch äußerst unwahrscheinlich, da ein ununterbrochener Sendebetrieb von mindestens fünf Minuten – also beispielsweise ein Gruppenruf, bei dem ein Nutzer für die Dauer von fünf Minuten die Sendetaste ununterbrochen gedrückt hält – keinem normalen Nutzungsverhalten entspricht. Bei einem in der Praxis üblichen Gruppenruf wird der Sendevorgang des Funkgerätes unterbrochen, sobald die Sendetaste durch den Nutzer – nach Absetzen einer Nachricht – losgelassen wird. Das heißt: Während ein anderer Nutzer im Rahmen der Gruppenkommunikation spricht, ist der Sender des eigenen Funkgerätes inaktiv.

Die Messungen in den Fahrzeugen wurden an allen Sitzpositionen im Fahrzeug sowie an den Seitenfenstern durchgeführt. Die Stärke der elektromagnetischen Felder lag in allen vermessenen Fahrzeugen trotz Worst-Case-Szenario, laut der Untersuchung der Projektorganisation Digitalfunk BOS Land Brandenburg, unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes für die Allgemeinbevölkerung.

Mit Blick auf den Arbeitsschutz und den störungsfreien Funkverkehr in den Fahrzeugen können der Bund und die Bundesländer eigene Betriebsregelungen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erlassen. Als Ergebnis der vorliegenden Untersuchungen ist jedoch festzustellen, dass es keine wissenschaftlichen Belege dafür gibt, dass der Digitalfunk BOS in den beschriebenen Szenarien die Gesundheit der Nutzerinnen und Nutzer gefährdet.

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