18. eGovernment-Wettbewerb

Spitzenplätze und ­Superpreis zu vergeben

| Autor: Manfred Klein

Wer wird in diesem Jahr Gewinner des eGovernment-Wettbewerbs?
Wer wird in diesem Jahr Gewinner des eGovernment-Wettbewerbs? (© Jag_cz – stock.adobe.com)

Noch bis zum 5. März können sich Digitalisierungsexperten aus der Verwaltung mit ihren Projekten am 18.eGovernment-Wettbewerb bewerben. Weshalb sich die Teilnahme lohnt, darüber sprachen wir mit den Ausrichtern des Wettbewerbs.

Herr Abele, im eGovernment-Wettbewerb gibt es auch dieses Jahr wieder einige Neuerungen. Wie kam es zur Unterteilung der Kategorie „Bestes Digitalisierungsprojekt“?

Jon Abele von BearingPoint ist überzeugt, dass die Verwaltungen in Deutschland ihre Digitalisierungsrückstände aufholen. Auch mit Hilfe des eGovernment-Wettbewerbs
Jon Abele von BearingPoint ist überzeugt, dass die Verwaltungen in Deutschland ihre Digitalisierungsrückstände aufholen. Auch mit Hilfe des eGovernment-Wettbewerbs (© MIKA-fotografie | Berlin – Fotograf Maik Schulze)

Abele: Mit der Unterteilung der Digitalisierungsprojekte in die Bereiche „Bund und Länder“ sowie „Städte und Regionen“ berücksichtigen wir die unterschiedlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Verwaltungsebenen. Die Kategorie „Bestes Digitalisierungsprojekt in Bund und Ländern“ fokussiert sich auf außergewöhnliche Ansätze zur Digitalisierung der Verwaltung, insbesondere auf eGovernment-Lösungen. Die Kategorie „Bestes Digitalisierungsprojekt in Städten und Regionen“ zielt auf digitale Angebote einer Stadt oder Region, wie zum Beispiel Smart-City-Ansätze.

Herr Rahe, inwiefern haben sich die Rahmenbedingungen für eGovernment-Projekte im Vergleich zum Vorjahr ­verändert?

Rahe: Die digitale Aufholjagd hat begonnen: Stärker denn je treiben Behörden in Deutschland aktuell eGovernment-Projekte voran. Das verspricht einen besseren Service für Bürgerinnen und Bürger sowie effizientere Abläufe. Die Rahmenbedingungen für Digitalisierungsvorhaben sind auch angesichts sprudelnder Steuereinnahmen günstig. Sie bieten Spielraum für Investitionen in die Modernisierung der Verwaltung, was in vielen vorbildlichen Projekten bereits umgesetzt wird.

Zentrales Ziel des eGovernment-Wettbewerbs ist es vorbildliche Projekte sichtbar zu machen und sich mit den Besten der Branche auszutauschen. Welche Anreize und Benefits können die Teilnehmer des Wettbewerbs in diesem Jahr er­warten?

Rahe: Der eGovernment-Wettbewerb gilt als anerkannter Gradmesser und Boost-Faktor für eGovernment-Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Auszeichnung als Finalist oder Gewinner erfüllt die Projektteams mit Stolz und neuer Motivation für anstehende Modernisierungsvorhaben. Die Finalistentage bieten zudem einen hervorragenden Rahmen zum interdisziplinären Austausch über Best Practices und zum Netzwerken. Zugleich verschafft die intensive Medienarbeit und Bericht­erstattung rund um den Wettbewerb den Projekten und Organisationen eine herausragende Sichtbarkeit. Erstmals wird die Jury dieses Jahr einen „Superpreis“ für das beste eingereichte Projekt 2019 über alle Kategorien hinweg ermitteln. Die Preisübergabe erfolgt auf der großen Bühne des Zukunftskongresses durch das Bundeskanzleramt.

Im Zuge der Digitalisierung spielt der Digitalisierungsgrad eine immer wichtigere Rolle für Organisationen. Wo lassen sich Parallelen zwischen Wirtschaft und Verwaltung erkennen?

Abele: Nicht immer ist das Treiben an den Kapitalmärkten für Laien nachvollziehbar. Doch als jüngst der Zahlungsdienstleister Wirecard die Commerzbank aus dem Dax verdrängt hat, war die Botschaft glasklar: Die Zukunftsfähigkeit von Organisationen bewerten Investoren nicht mehr an Größe und Tradition – sondern am Digitalisierungsgrad.

Wären hiesige Behörden an der Börse notiert, hätten Analysten wohl lange die Daumen gesenkt. Zu weit abgeschlagen schien Deutschland in Sachen eGovernment im Vergleich zu vielen anderen Ländern.

Doch das Bild wandelt sich. Ob im Bund, auf Landesebene oder bei Kommunen: Vielerorts werden aktuell Digitalisierungsprojekte engagiert vorangetrieben – und manche Spätstarter rechnen sich zurecht noch Chancen auf einen Spitzenplatz aus. Von einer erfolgreichen Modernisierung der Verwaltung profitieren Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft gleichermaßen.

Die Vorgaben der Politik sind ambitioniert, der Erfolg moderner Verwaltungsprojekte ist jedoch auch von der Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger abhängig. Inwiefern berücksichtigt der eGovernment-Wettbewerb diese Herausforderung?

Jonas Rahe von Cisco sieht vor allem im Bereich der KI Chancen für die Öffentliche Verwaltung. KI könne den Service auf eine neue Stufe heben
Jonas Rahe von Cisco sieht vor allem im Bereich der KI Chancen für die Öffentliche Verwaltung. KI könne den Service auf eine neue Stufe heben (© Konstantin Gastmann)

Rahe: Wir suchen zukunftsweisende Projekte, die eine agile und effiziente Verwaltung unterstützen. Verwaltungsdienste sind dann erfolgreich, wenn sie entlang der Anforderungen der Nutzer gestaltet sind. Der diesjährige Wettbewerb legt daher einen besonderen Fokus auf Projekte mit hoher Nutzer- und Nutzenorientierung.

Die Innovationsgeschwindigkeit nimmt im Zeitalter der Digitalisierung rasant zu. Welche IT-Innovationen stehen aktuell auf der Schwelle vom Nischenmarkt zum Massenmarkt und schaffen neue Möglichkeiten für die Modernisierung der Verwaltung?

Rahe: Eine solche Zukunftstechnologie ist unbestritten künstliche Intelligenz, die in immer mehr Bereiche vordringt. Im Gewand von Chatbots können die selbstlernenden Algorithmen etwa den Bürgerservice auf eine neue Stufe heben: Unermüdlich und rund um die Uhr können die freundlichen Assistenten Standardanfragen abarbeiten – und den Mitarbeitern Raum für knifflige Fälle verschaffen. Hinter den Kulissen wiederum schicken sich Roboter-Programme an, behördeninterne Prozesse zu übernehmen.

Abele: Ganz neue Möglichkeiten eröffnet auch das Internet der Dinge, das für eine Art digitales Upgrade in der anlogen Welt sorgt. Im Behördenkontext ist das Potenzial vor allem bei der Instandhaltung groß: Sensoren an Brücken etwa könnten künftig dabei helfen, Schäden früher zu erkennen – und rechtzeitig gegenzusteuern. Bei der Sanierung kommen dann vielleicht Datenbrillen zum Einsatz, die bei den Bautätigkeiten vor Ort unterstützen. Ähnliche Einsatzzwecke sind in Unternehmen bereits weit verbreitet.

Weitere Informationen zum eGovernment-Wettbewerb und die Teilnahmeunterlagen gibt es hier.

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