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Max-Planck-Institute

Spitzen-IT-Infrastruktur für Spitzenforschung

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Gewachsene IT-Infrastruktur

Wie in vielen großen Unternehmen war auch bei der MPG die IT-Infrastruktur der Verwaltung über die Jahre historisch gewachsen. Die 80 MPG-Institute waren als autarke Domänen organisiert, und an jedem Institut lief ein eigenes Active Directory mit separatem Domänencontroller.

Das Problem dabei: Von zentraler Administration vom IT-Standort München aus konnte keine Rede sein, denn die IT-Verantwortlichen mussten sich an jedem Standort gesondert einloggen, um Einstellungen vorzunehmen.

Ebenso betagt und umständlich organisiert wie das Backend war das Intranet, das Forschern und Verwaltung als gemeinsamer Informationspool dienen sollte. Die eingesetzte Open-Source-Lösung bestand nur aus einem Apache-Webserver ohne spezielles Content Management System. „Wer Inhalte im Intranet veröffentlichen wollte, musste sich an die selbst gestrickten HTML-Seiten wagen“, erklärt Rogge das große Hindernis für die Nutzer. „In der Praxis haben die Mitarbeiter Texte für das Intranet an die IT-Abteilung gemailt und Inhalte dann vom Fachpersonal in die HTML-Seiten einfügen lassen“, beschreibt der Referatsleiter den umständlichen Workflow.

Bei der MPG war von Anfang an klar, dass die an sich schon unübersichtliche Infrastruktur künftig nicht mehr provisorisch erweitert werden sollte. Ein Grund für eine radikale Erneuerung waren auch die Rahmenbedingungen: „Wartungsverträge für eingesetzte Anwendungen, etwa für die Verschlüsselung von Dateien und Ordnern, liefen aus, und die Hardware war abgeschrieben. Wir hatten nicht den Druck, bestehende Systeme zu übernehmen“, erinnert sich Manfred Rogge.

Das Projektteam um den Referatsleiter erhielt deshalb den Auftrag, ein neues zentrales Konzept für die IT-Systeme der MPG zu entwickeln, und hatte die Erlaubnis, dabei alles bisher Bestehende „über den Haufen zu werfen“. Für die MPG-Experten stand jedoch von Anfang an fest, dass auch die neue Serverinfrastruktur wiederum auf Microsoft-Technik basieren sollte.

Kompletter Neuanfang

„Wir konnten zwar die komplette Systemlandschaft umgestalten, der Betrieb durfte darunter aber nicht leiden“, schildert Rogge die Herausforderung bei der Systemumstellung. Die Migration der Server musste nachts, am Wochenende sowie an Feiertagen ablaufen. „Unser Ziel war eine bestmögliche Automatisierung, denn wir wollten auch das Team nicht rund um die Uhr beschäftigen.“

Für die Backend-Systeme war das ausgegebene Ziel, den Administrationsaufwand signifikant zu senken. Die Serverlandschaft sollte konsolidiert werden, darüber hinaus wollte man das angestaubte Domänenmodell loswerden, das noch aus Zeiten von Windows NT stammte. „Wichtig beim Serverprojekt war auch, damit die Basis für weitere zukunftsfähige Projekte zu schaffen, etwa den Aufbau einer neuen Verschlüsselungslösung mit Smartcards“, so Rogge.

Ein zweiter Meilenstein der neuen MPG-Infrastruktur war das Intranet. Die bestehende statische Lösung sollte durch Microsoft Office SharePoint Server 2007 abgelöst werden. „Wir wollten ein Intranet als zentralen Einstiegspunkt für alle Mitarbeiter aufbauen“, erläutert Rogge. Das neue System sollte intuitiv benutzbar sein, sodass Mitarbeiter Informationen einfach finden und auch selbst veröffentlichen können, ohne vorher an speziellen Schulungen teilzunehmen oder die IT-Abteilung bemühen zu müssen.

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